Zum Rückrundenstart steht für ​Eintracht Frankfurt das Auswärtsspiel bei der ​TSG 1899 Hoffenheim auf dem Programm. Nach einer durchwachsenen Hinrunde ist es durchaus möglich, dass ​Cheftrainer Adi Hütter gegen die Kraichgauer auf ein neues Spielsystem setzt, wodurch sich so mancher Profi auf einer anderen Position wiederfinden könnte.

In den letzten Wochen der Hinrunde ging den Frankfurtern etwas die Puste aus. Nach dem spektakulären 5:1-Heimerfolg gegen den ​FC Bayern München fuhr die SGE nur noch einen Punkt aus sieben Ligaspielen ein, weshalb die Hessen ihre Blicke in der Tabelle vorerst nach unten richten müssen. "Wir müssen jetzt die Bremse reinhauen und komplett in eine andere Spur finden", erklärte Hütter im kicker-Interview. "Das ist gar nicht so einfach, wir starten auswärts in Hoffenheim, spielen dann gegen Leipzig, haben wieder viele Spiele. Aber wir sind dazu in der Lage, jedem Gegner wehzutun."


Viererkette als Erfolgsrezept für Eintracht Frankfurt?


"Wir müssen viel kompakter und geschlossener auftreten, nach vorne und hinten viel besser synchron arbeiten", betonte der Österreicher. "Wir dürfen uns nicht zurückziehen, weil wir in der Tabelle hinten drinstecken, sondern müssen an unsere Stärken glauben."


In der Rückrunde könnte eine Systemumstellung zum Erfolg führen. Hütter ließ in der Vorbereitung die Viererkette einstudieren. "Die anderen Mannschaften analysieren uns ja auch, sie haben gesehen, dass wir über Filip Kostic auf der linken Seite bärenstark sind und machen die Seite gut zu", erklärte der Übungsleiter. "Wenn du mit einer Viererkette spielst und einer der Außenverteidiger mitgeht, hast du als Absicherung immer noch drei Abwehrspieler hinten, vorher waren es oft nur zwei, das war teilweise sehr riskant." Hütter sehe es gerne, wenn sich ein Außenverteidiger mit in die Offensive einschaltet und dadurch Überzahl auf dem Flügel schafft. 

Adi Huetter

Sieht im Defensivverhalten seiner Mannschaft Luft nach oben: Adi Hütter



Offen ließ der SGE-Coach, wie er bei einem System mit einer Viererkette seine Offensive gestalten würde. Grundsätzlich favorisiere der Österreicher zwei Spitzen, ein 4-2-3-1 sei jedoch auch denkbar. Wichtig sei, dass seine Mannschaft beim Anlaufen des Gegners wieder deutlich aktiver werde. "Das hat mir überhaupt nicht gefallen. Wenn wir verteidigen, können Spieler nicht stehen bleiben und denken, die anderen machen das schon", sagte der 49-Jährige, dessen Startelf am kommenden Samstag wie folgt aussehen könnte:


Im Tor feiert Kevin Trapp nach langer Verletzungspause sein Comeback. Eine Schulterverletzung hatte den 29-jährigen Schlussmann knapp drei Monate lang außer Gefecht gesetzt. 


In der Innenverteidigung könnte Hütter auf Martin Hinteregger und den zuletzt lange gesperrten David Abraham setzen. Beide Spieler gelten als starke Zweikämpfer, haben allerdings im Spielaufbau Luft nach oben, weshalb im defensiven Mittelfeld ein spielstarker Sechser vonnöten sein dürfte. Laut Informationen der Bild-Zeitung plant Hütter, nicht nur aufgrund der Ausfälle von Lucas Torro und Gelson Fernandes, mit Makoto Hasebe auf der Sechser-Position. Der Japaner gab in der Hinrunde meist den Libero und gestaltete das Spiel aus der Abwehr heraus, wusste allerdings nicht immer zu überzeugen.


Ndicka als Linksverteidiger?

Für die defensiven Außenbahnen stehen Hütter zahlreiche Optionen zur Verfügung. Danny da Costa könnte rechts sowohl den defensiven als auch den offensiven Part übernehmen. Beginnt der 26-Jährige als Rechtsaußen, dürfte Timothy Chandler den Rechtsverteidiger geben. Links rechnet nicht nur die Allgemeine Zeitung mit Evan Ndicka.


Den zweiten freien Platz im defensiven Mittelfeld dürfte Sebastian Rode übernehmen. Etwas offensiver könnte Djibril Sow agieren. Mijat Gacinovic ist zwar eigentlich in der Zentrale zu Hause, ist jedoch ein heißer Kandidat für die rechte offensive Außenbahn, die er auch im Testspiel gegen Hertha BSC übernommen hatte. Die Bild attestiert dem 24-Jährigen gute Leistungen im Trainingslager. Als Linksaußen ist Filip Kostic gesetzt. Dank der Systemumstellung kann sich der Ex-Stuttgarter voll und ganz auf die Offensive konzentrieren.


Für den Platz im Angriffszentrum gibt es mehrere Alternativen. Da ​André Silva zuletzt zwar eine aufsteigende Form zeigte, jedoch immer wieder mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte, dürfte er kaum Chancen auf einen Platz in der Startelf haben, weshalb die Entscheidung letztendlich zwischen Bas Dost und ​Goncalo Paciencia fallen wird. Setzt Hütter auf ein System, in dem beide Angreifer beginnen, müsste dafür ein zentraler Mittelfeldspieler weichen.​


Die potenzielle Startelf in der Übersicht:

Trapp - da Costa, Abraham, Hinteregger, Ndicka - Hasebe, Rode - Sow - Gacinovic, Kostic - Dost