​Auf den ersten Blick scheint die Verpflichtung von Gladbachs ​Jordan Beyer durch den​ Hamburger SV ein wenig überraschend. Doch auf dem zweiten ist sie sowohl logisch, als auch konsequent. 


Denn die HSV-Verantwortlichen haben von Anfang an gesagt, dass sie die Entwicklung ihrer etatmäßigen Rechtsverteidiger Jan Gyamerah und Josha Vagnoman (zur Zeit bekanntlich beide verletzt!) nicht dadurch blockieren wollen, indem sie ihnen einen erfahrenen und über alle Zweifel erhabenen Spieler vor die Nase setzen.


HSV präsentiert die propagierte "kleine" Lösung


Es wurde also von den Bossen im Volkspark immer - wenn auch durch die Blume - eine eher "kleine" Lösung gesucht. Und in Jordan Beyer nun gefunden. Denn auch der fühlte sich zuletzt, ob fehlender Einsatzzeiten, nicht mehr ganz wohl am Niederrhein. "Ich bin schon ein wenig enttäuscht, wie es in der Hinrunde gelaufen ist", hatte Beyer noch vor wenigen Tagen gegenüber der Rheinischen Post zu Protokoll gegeben. "Aber ich denke, das ist normal und auch kein Problem. Natürlich will man immer spielen, egal, wie alt man ist. Ich hoffe, dass ich in der Rückrunde meine Einsatzzeiten bekommen werde, dafür werde ich im Training alles geben. Mehr kann ich erstmal nicht machen."

Jadon Sancho,Jordan Beyer

Beyer trifft in Hamburg auf seinen einstigen Förderer


Alles geben wird er nun erstmal in Hamburg müssen - unter seinem einstigen Förderer. Denn Dieter Hecking war es, der Beyer im August 2018 im Pokal und in der Liga debütieren ließ. Insgesamt kam Beyer damals, in seiner Premieren-Saison, auf neun Liga-Einsätze (und einen im Pokal). Doch die Einsatzzeiten wurden in dieser Spielzeit - nach Heckings Abgang! - bedeutend weniger.


Umso logischer, dass sich jetzt auch der ​VfL, in Person seines Sportdirektors Max Eberl, dem Leihgeschäft mit den Hanseaten nicht mehr verschloss. Noch vor wenigen Tagen hatte Eberl eine Ausleihe des Talents ziemlich kategorisch ausgeschlossen.


Für alle beteiligten Parteien ein guter Deal


Nun also die Win-Win-Win-Situation: Der Spieler wird unter einem Trainer, der ihn kennt, auf Spielminuten kommen. Zumindest bis zum März, wenn die Rückkehr von Gyamerah und Vagnoman erwartet wird. Der HSV wiederum hat ein vielversprechendes Talent für die rechte Außenseite als Ersatz für die verletzten Spieler bekommen. Beyer durchlief bislang sämtliche U-Mannschaften des DFB, und hat für die von Stefan Kuntz betreute U21-Nationalmannschaft im September sein Debüt gegeben. 

Jordan Beyer

Und der VfL bekommt seinerseits im Sommer einen Spieler zurück, der dann ein paar wichtige Erfahrungen im Unterhaus des deutschen Profi-Fußballs gesammelt haben wird. Dementsprechend wurde in diesem Deal keine Kaufoption vereinbart. Es ist sozusagen die klassische und zeitlich bis zum Sommer befristete Leihe.


Mit diesem Deal hat der HSV schon den zweiten von insgesamt drei Transfers eingetütet. Der Fokus dürfte sich während der restlichen Winter-Transferperiode (bis Ende Januar) nun vollends auf die Verpflichtung eines Stürmers richten.