Als im Frühjahr 2014 beschlossen wurde, die deutschen Fußballklubs von einer Anmeldepflicht einer U23-Mannschaft zu befreien, vollzogen gleich zwei aktuelle Bundesligisten sofort diesen Schritt. Neben ​Bayer 04 Leverkusen war dies ​Eintracht Frankfurt. Nun jedoch strebt die SGE eine Rückkehr zum alten System an und möchte zur kommenden Saison wieder den Spielbetrieb einer zweiten Mannschaft einführen.


Vor allem die hohen Kosten und die Annahme, dass man bereits in der U19 zuverlässig das Potenzial des Nachwuchses abschätzen könne, waren Argumente genug, um die Zweitvertretung Frankfurts 2014 aufzulösen. "Bei neun von zehn Spielern können wir nach der U19 zuverlässig vorhersagen, ob es für den Profifußball reicht oder nicht", sagte damals Armin Kratz, Chef des Frankfurter Leistungszentrums (via hessenschau). Zukünftig sollten die jungen Talente direkt in den Bundesligakader eingezogen werden. Insgesamt sparte man so 800.000 Euro pro Saison.


Eintracht-Plan geht nicht auf - kein Nachschub aus der eigenen Jugend


Allerdings stößt dieses Konzept inzwischen an seine Grenzen. War die Eintracht damals noch als deutsche Talentschmiede bekannt, fiel es von da an der eigenen Jugend schwer, den hohen Sprung in den Profibereich zu schaffen. Lediglich Aymen Barkok, aktuell ausgeliehen an ​Fortuna Düsseldorf, packte auf Anhieb den Sprung aus der Jugend in die ​Bundesliga.

Fabian Holland,Aymen Barkok

Aymen Barkok schaffte in der Saison 16/17 den Sprung von der U19 zu den Frankfurter Profis


Wie die hessenschau sowie die Frankfurter Rundschau nun berichten, plant die SGE daher wieder die Anmeldung einer U23-Mannschaft. Bereits im November soll laut Informationen von hr-sport eine Anfrage der SGE an den Hessischen Fußball-Verband, kurz HFV, eingegangen sein. Zukünftig soll die U23 wieder als Übergangsteam zwischen Profis und dem Nachwuchs dienen und den eigenen Talenten Spielpraxis verschaffen.


Wo landet Eintracht Frankfurt II: Ober- oder Kreisliga?


Eintracht Frankfurt soll - falls möglich - einen Wiedereinstieg in der fünfklassigen Hessenliga anstreben. Allerdings stellt sich dieses Vorhaben aktuell als schwieriger heraus als erwartet. Nur durch eine Änderung der Liga-Regulären wäre ein direkter Einstieg in die fünfte Liga durchführbar, dafür bräuchte man allerdings die mehrheitliche Zustimmung der hessischen Fußballklubs, wie die Frankfurter Rundschau schreibt.


Bürokratisch wesentlich einfacher wäre ein Einstieg in die Kreisoberliga, der achten Liga Hessens. Sportlich wäre dies allerdings ein Desaster. Zwar hätte der eigene Nachwuchs die nötige Spielpraxis, doch das Spielniveau ließe wohl keinen einfachen Sprung in die Profimannschaft zu. Die Zweitvertretung müsste sich erst mühsam in Richtung Regionalliga oder gar 3. Liga hocharbeiten, um auf den gewünschten Niveau spielen zu können, was aber wiederum Zeit und vor allem Geld kosten würde. Akute Hilfe im Nachwuchsbereich würde die zweite Mannschaft zudem keine geben.


In den Medien wird der Abzug der SGE II nun endgültig hinterfragt, da der Verein sich nun mit einer schwierigen Rückkehr konfrontiert sieht. Auf kurze Sicht sparte der Verein durch seine Entscheidung zwar mehrere Millionen Euro, doch offensichtlich rächt sich nun der Entschluss von 2014. Erst im Sommer, genauer gesagt am 6. Juni, wird die Eintracht Näheres zu ihrem Vorhaben erfahren. Dann setzt sich der hessische Fußballsport zu einer Tagung zusammen, um unter anderem auch über den Antrag der SGE abzustimmen.