​Vor dem Start der Winterpause waren die Nerven von ​Mario Gomez durch einige hauchdünne Entscheidungen der Videoassistenten zu seinen Ungunsten arg strapaziert worden. Auch nach den Feiertagen und dem damit einhergehenden Abstand vom grünen Rasen ist der Frust bei dem Mittelstürmer des ​VfB Stuttgart noch nicht verflogen und ließ er sich bei einem Interview nun erneut eine Breitseite gegen den ​VAR entlocken.


Gegen Ende der Hinrunde hatte Gomez für einen Rekord gesorgt, auf den der ehemalige Nationalspieler liebend gern verzichtet hätte. In drei Begegnungen der Schwaben war dem Angreifer das Kunststück gelungen, sechs Treffer zu erzielen, von denen fünf an der Zahl wegen Abseitsstellungen im Nachhinein aberkannt wurden. Gomez verstand die Welt nicht mehr und erhob in der Folge wiederholt schwere Vorwürfe gegen die Unparteiischen und den ihnen zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln.


Technische Voraussetzungen nicht gegeben


Nach der 1:2-Niederlage gegen den SV Sandhausen am 15. Spieltag hatte der sichtlich frustrierte Mittelstürmer den Videobeweis dabei laut fussball.news als "bescheuert" bezeichnet. In einem Interview mit Sky Sport News HD konkretisierte der 34-Jährige nun seine Kritik und zweifelte eine gerechte Durchführbarkeit des Videobeweises an: "Die Technik ist nicht bereit für den Videobeweis. So lange der Ball nicht selbst sagt, ich hab den Fuß verlassen und die Technik nicht sagen kann, welches Körperteil wirklich vorne ist, so lange dürfen wir die knappen Abseitsentscheidungen nicht übernehmen."

Robert Schroeder,Mario Gomez

Nach Ansicht des Angreifers ist er bei weitem nicht der Einzige, der sehnsüchtig an die Zeiten zurück denkt, als noch Richtlinien wie "im Zweifel für den Stürmer" gegolten haben. Darunter, dass jeder einzelne Treffer genau überprüft werde, leide auch die Stimmung in den Stadien. Anstatt das Spiel gerechter zu machen, komme der VAR bis dato vielmehr als "Emotionskiller" daher, schließlich können sich die Fans nach jedem Treffer ihrer Lieblinge nicht sicher sein, ob das Tor tatsächlich auch Bestand hat.


Obwohl Gomez bei seiner Attacke auf den VAR vor allem die ausbaufähige Technik und nicht etwa die ausführenden Schiedsrichter ins Visier genommen hat, bleiben die Fronten zwischen dem Stürmer und den Unparteiischen vorerst weiter verhärtet. Ein Versuch seitens des DFB durch eine Einladung des VfB-Profis in die Schaltzentrale des VAR für mehr Transparenz zu sorgen, war bereits vor Wochen aufgrund einer ​Absage des Stürmers fürs erste gescheitert.