Nach der 3:2-Niederlage des FC Barcelona in der Supercopa gegen Atletico Madrid steht Cheftrainer Ernesto Valverde unmittelbar vor dem Aus. Nach einem Gipfeltreffen der Führungsetage, wird sich Präsident Josep Maria Bartomeu am heutigen Montag mit dem Trainer an einen Tisch setzen und aller Voraussicht nach dessen Entlassung einleiten. Als Nachfolger für den ruhmreichen Posten im Trainersessel der Katalanen werden eine Vielzahl von Optionen gehandelt.


Am gestrigen Sonntag hatte die Führunsspitze der Blaugrana laut Informationen der Mundo Deportivo bis tief in die Nacht über die angespannte Lage bei den Katalanen diskutiert. Dabei soll sich die Mehrheit der anwesenden Entscheidungsträger für eine Trennung von Valverde stark gemacht haben, der zwar bereits seit dem Sommer 2017 im Amt ist, sich aber trotz einiger Erfolge nie wirklich als starker Anführer erwiesen hatte.


Treffen mit Valverde für Montag angesetzt


Bereits am heutigen Vormittag soll es nun zu einer persönlichen Aussprache zwischen Bartomeu und Valverde kommen. Tagesordnungspunkt soll dabei dem Vernehmen nach unter anderem eine Diskussion über das jüngste Treffen einiger Barca-Funktionäre mit der Vereinslegende Xavi Hernandez sein. Der ehemalige Mittelfeldspieler hatte sich dabei zwar überraschend trotz der Avancen seiner alten Liebe ​gegen eine sofortige Amtsübernahme bei den Katalanen entschieden und die Blaugrana bis zum kommenden Sommer vertröstet. Dass die Kontaktaufnahme jedoch publik wurde und somit die Position von Valverde weiter verschlechtert wurde, stieß dem Noch-Cheftrainer aber verständlicherweise sauer auf.

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Nachdem Bartomeu Abbitte geleistet hat, wird es für Valverde aber wohl dennoch schlussendlich darauf hinauslaufen, dass er seinen Hut nehmen muss. Schließlich hat Valverde nicht nur bei seinen Vorgesetzten einen schweren Stand, sondern genießt auch bei den Fans kaum Ansehen. Einen Rücktritt aus freien Stücken soll der 55-Jährige dem Bericht zufolge dennoch nie ernsthaft in Erwägung gezogen haben.


Pochettino in der Pole-Position


Laut der spanischen Sportzeitung soll ​Mauricio Pochettino derzeit die besten Karten auf die Valverde-Nachfolge haben. Der langjährige Trainer der Tottenham Hotspur genießt international ein hohes Standing und steht seit Mitte November 2019 ohne Verein da - wäre also sofort verfügbar. Auch RAC1 Sports rechnet dem 47-jährigen Argentinier die besten Chancen aus. Zum Problem könnte jedoch möglicherweise werden, dass Pochettino einst in seiner Rolle als Spieler und später auch Trainer von Lokalrivalen Espanyol Barcelona sich eher abschätzig gegenüber der Blaugrana geäußert hatte und so die Anhänger bis dato nicht gut auf den ​Coach zu sprechen sind.

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Als weitere Kandidaten werden Gabriel Milito, aktueller Coach von Estudiantes de la Plata, und Quique Setién gehandelt. Der 61-jährige Spanier gilt als großer Verfechter eines gepflegten Ballbesitzspiels und wartet seit seinem Aus bei Betis Sevilla im vergangenen Sommer auf eine neue Aufgabe. Trotz seines reifen Alters wäre ein Posten bei einem Schwergewicht wie dem FC Barcelona für Setién aber eine ganz neue Herausforderung.


Koeman steht nicht zur Verfügung


Herausgezogen aus der Verlosung soll sich nach Information des Catalunya Radio und dem De Telegraaf ​Ronald Koeman haben. Der ehemalige Barca-Profi besitzt angeblich in seinem Vertrag mit dem niederländischen Verband zwar eine Sonderklausel, die ihn zu einem Wechsel zu seiner alten Liebe ermächtigt. Da der Nationaltrainer der Niederlande mit der Elftal bei der bevorstehenden Europameisterschaft jedoch für Furore sorgen will, erteilte er den Katalanen eine definitive Absage und soll erklärt haben, dass er aktuell "überhaupt nicht bereit" wäre, seinen eigentlichen Traumposten bei Barca zu übernehmen.


Als Übergangslösung bis zum kommenden Sommer und einer dann möglichen Übernahme durch Xavi Hernandez warf die Zeitung Sport unlängst Francisco Javier García Pimienta ins Rennen. Der 45-jährige Coach trainiert aktuell die zweite Mannschaft der Katalanen, wäre also ohne große Reibungen zu integrieren. Da die Barca-Bosse eine größere Lösung favorisieren, gilt diese Variante aber lediglich als Backup-Plan.