Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke scheinen ihren Abschied vom ​BVB einzuläuten. Sollte das Duo nach Vertragsende Schluss machen, braucht es kein Denkmal mehr - das steht bereits. Und auch die Post-Ära könnte bereits eingeleitet worden sein.


Als Hans-Joachim Watzke im Februar 2005 den Posten des Geschäftsführers beim BVB antrat, stand er vor einem Scherbenhaufen. Die Anekdote, dass er zu Beginn seiner Amtszeit vor dem Telefon saß und nur darauf wartete, dass der Verein Konkurs anmelden muss, ist der Sockel des Denkmals, das er sich in den vergangenen 15 Jahren in Dortmund aufbaute. Und daran hat auch Sportdirektor Michael Zorc (ebenfalls seit 2005 im Amt) einen bemerkenswerten Anteil.

Hans-Joachim Watzke,Michael Zorc

Wie der kicker berichtet, könnte die Ära des Gespanns bald enden. Michael Zorcs Vertrag läuft 2021 aus, der von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke anderthalb Jahre später. Beide sollen sich die Zukunftsfrage zwar offen lassen, spielen aber durchaus mit dem Gedanken, ihre Arbeitspapiere nicht mehr zu verlängern. Aki Watzke könnte dem BVB allerdings auch als Präsident erhalten bleiben, wie er bereits mehrfach anklingen ließ (die aktuelle Amtszeit von Dr. Reinhard Rauball endet ebenfalls 2022); einem Rückzug von vorderster Front käme das trotzdem gleich. Das wäre nach über 15 Jahren Schwerstarbeit aber auch absolut nachvollziehbar. 


Aus dem Trümmer- und Pleiten-Club formten Watzke und Zorc die beständige zweite Kraft in Deutschland, die national wie auch international wieder Erfolge feiern konnte und Jahr für Jahr Rekordgewinne erwirtschaftet. Ein Denkmal braucht es für das Duo nicht mehr - es steht bereits. Der nahende Abschied wäre einer in Würden und Ehren. Doch er würde auch ein Loch, wenn nicht einen Krater im Verein hinterlassen. 


Rückzug von Zorc und Watzke: Fährt der BVB das Bayern-Modell?


Und ähnlich wie beim ​FC Bayern könnte der BVB bereits am passenden Füllmaterial arbeiten. Im Sommer holten sich Watzke und Zorc, die bis dahin auch alleine ziemlich ordentlich zurechtkamen, Sebastian Kehl und Matthias Sammer ins Boot. Beim Konkurrenten aus dem Süden stehen mit Hasan Salihamidzic und Oliver Kahn ebenfalls zwei verdiente Persönlichkeiten des Vereins in den Startlöchern, um in die schweren Fußstapfen zu treten. Dieses Szenario ist auch beim BVB zumindest denkbar.


Vor allem im Hinblick auf Michael Zorc. Während Aki Watzke dem Verein per Vertrag noch knappe drei Jahre zur Verfügung steht, könnte Zorc im Sommer bereits seine letzte Saison in Schwarz und Gelb einläuten. Sein designierter Nachfolger könnte Sebastian Kehl sein. Der ehemalige BVB-Kapitän bildete sich nach seiner aktiven Karriere polyvalent weiter und leistet bislang hervorragende Arbeit als Bindeglied zwischen Vorstand und Mannschaft. Dass Kehl in Dortmund weiter aufsteigen kann und soll, ist ein offenes Geheimnis. Und er könnte bereits jetzt von Michael Zorc angeleitet werden, um dann im Sommer 2021 in seine Fußstapfen zu treten.

Könnte Sammer Watzke beim BVB beerben?


Ob ein ähnliches Modell mit Matthias Sammer angedacht sein könnte, ist noch mehr spekulativer Natur. Sammer arbeitet bislang als externer Berater eher im Hintergrund. Dass er beim BVB nochmal ins erste Glied rückt, wurde bislang noch nicht wirklich thematisiert. Zudem stellt sich die Frage nach der Eignung; hinsichtlich seiner Expertise wäre Sammer der Posten als Geschäftsführer durchaus zuzutrauen. 

Hans-Joachim Watzke,Matthias Sammer

Für den Moment heißt die Devise in Dortmund aber: Kommt Zeit, kommt Rat. Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke werden sich Zeit für ihre Entscheidung lassen, denn sie hat keine Schwere. Was das Duo beim BVB geleistet hat, kommt einem Wunder gleich. Daran wird sich auch nichts mehr ändern. Dass die beiden Freunde bereits Ausschau nach möglichen Nachfolgern halten, davon ist indes auszugehen. 


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