In diesem Jahr wird es bei den Olympischen Spielen wieder eine Olympia-Auswahl des DFB geben. Als Trainer der U21-Nationalmannschaft liegt die Verantwortung bei Stefan Kuntz, einen passenden Kader zu organisieren und zu nominieren. Neben den hauptsächlich U21-Spielern könnte zudem Thomas Müller als Überraschungsgast dazukommen, wie der kicker berichtet.


Vor vier Jahren, bei Olympia 2016, schaffte es die deutsche Auswahl sich den zweiten Platz zu sichern. Im Finale musste man sich allerdings dem Heim-Team aus Brasilien geschlagen geben, wenn auch erst im spannenden Elfmeterschießen. Horst Hrubesch, damals noch für das Team und das Aufgebot zuständig, hatte sich für Nils Petersen (damals 27 Jahre jung) als zusätzlichem Spieler entschieden, ebenso wie Lars und Sven Bender (jeweils 26 Jahre gewesen). Diese drei Spieler durften die Plätze der drei älteren Spieler im Kader besetzen. 


Drei Kaderplätze für "ältere Spieler": Thomas Müller ein Kandidat


Nun steht im Sommer dieses Jahres erneut die Olympia-Teilnahme vor der Tür. Aufgrund der kurz zuvor stattfindenden Europameisterschaft muss sich Trainer Stefan Kuntz an einige Auswahl-Kriterien halten, wenn er seine Mannschaft zusammenstellt. So fallen beispielsweise schon alle A-Nationalspieler raus, weil der DFB mit den Vereinen den Grundsatz verfasst hat, dass kein Spieler zwei Turniere im Sommer zu absolvieren hat. Das wäre der Gesundheit und der auch wenige Wochen danach startenden Sommer-Vorbereitungen der Klubs nur schädlich. Außerdem sollen, wenn möglich, nur bis zu zwei Spieler je Verein nominiert werden. 


Der Kader wird vor allem aus Spielern der aktuellen U21-Mannschaft bestehen. Das sind primär die Jahrgänge 1998 und jünger, aber auch einige 1997-Spieler werden unterstützen. Zudem sind die bereits angesprochenen, drei weiteren Plätze für ältere Spieler zugänglich. Davie Selke von ​Hertha BSC, sowie Maximilian Arnold vom ​VfL Wolfsburg und Maximilian Eggestein von ​Werder Bremen  ​galten zuletzt als heiße Kandidaten - laut Bild habe sich ​Kuntz bereits für sie entschieden. Wie der kicker nun berichtet, sei neben Kevin Volland aber auch Thomas Müller ein potenzieller Kandidat für die Petersen'sche Überraschungs-Rolle. Müller ist nicht mehr bei der A-Nationalelf von Jogi Löw dabei, sodass der ​FC Bayern - im Falle einer tatsächlichen Nominierung - sein Okay geben müsste.

Thomas Mueller

Thomas Müller könnte einen der zusätzlichen Kaderplätze für Olympia einnehmen



Ob Müller und die Münchener jedoch damit einverstanden wären, ist fraglich. Petersen wusste immerhin von der Erfahrung in höchsten Tönen zu schwärmen, doch ob der Rekordmeister nach der Art und Weise der Ausbootung von Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng extra einen wichtigen Spieler für ein zusätzliches Turnier abstellen würde? Weitere, junge A-Nationalspieler wie Suat Serdar (​Schalke 04), Luca Waldschmidt, Robin Koch (beide ​SC Freiburg) oder Nadiem Amiri (​Bayer Leverkusen) könnten ebenfalls in den Kader rücken, falls Löw sie nicht mit zur EM nehmen möchte. 


Müller lässt Verbleib beim FC Bayern offen


Derweil hat sich Thomas Müller gegenüber Sport 1 zu einem anderen wichtigen Thema im kommenden Sommer geäußert: seiner Zukunft beim FC Bayern. 


"Mein Fokus liegt ausschließlich darauf, die Saison erfolgreich zu bestreiten. Was dann im Sommer passiert, da werde ich mit dem Verein sprechen und mit mir selbst. Dann schauen wir mal, in welche Richtung das geht", ließ sich der "Ur-Bayer" alle Optionen offen. "Bei so einer Sache werfen alle Parteien ihre Argumente in den Topf. Schauen wir mal, ob man da ein Menü zusammenbekommt. Man muss halt abgleichen, was alle Parteien wollen", so Müller weiter.


Nachdem der 30-Jährige im Verlauf der Rückrunde mit einem Wechsel in Verbindung gebracht wurde, ist seine Rolle unter Hans-Dieter Flick wieder eine bedeutend größere. Sein aktueller Vertrag ist noch bis Sommer 2021 gültig. Verlängern oder doch noch einmal wechseln - diese Entscheidung hängt wohl auch eng mit der Personalie Flick zusammen. Und ob Müller auch in Zukunft ein wichtiger Spieler auf dem Platz sein kann.