Christian Heidel ist nach seinem Rücktritt beim FC Schalke 04 vor rund einem Jahr weiterhin ohne Anstellung. Gegenüber dem kicker sprach der 56-Jährige nun über seine nicht erloschene Zuneigung zu den Knappen und über den Bayern-Transfer von Alexander Nübel. Mit dem deutschen Rekordmeister ging Heidel hart ins Gericht.


Im Februar 2019 war für Christian Heidel beim FC Schalke 04 Schluss. Der damalige Sportvorstand der Knappen trat nach sportlichen Rückschlägen und viel Kritik zurück. Einer Entlassung kam er damit aber nicht zuvor, wie er dem kicker verriet: "Entgegen dem, was eine Zeitung stets schrieb, gab es keinerlei Bestrebungen des Klubs in diese Richtung, zumindest versicherte man mir das so und auch Clemens (Tönnies, Anm.) im Dezember. Noch am Tag des Spiels in Mainz haben Leute aus dem Aufsichtsrat versucht, mich vom Rücktritt abzubringen", so Heidel.

Christian Heidel

Christian Heidel trat im Februar 2019 als Sportvorstand des FC Schalke 04 zurück



Böses Blut zwischen ihm und den Königsblauen gab es anschließend auch nicht, ganz im Gegenteil: "Ich sitze mit meiner sechsjährigen Tochter im Trikot vor dem Fernseher, wenn Schalke spielt", verriet Heidel. Kritik erntete der damalige Sportvorstand auch dafür, dass Leon Goretzka im Sommer 2018 ablösefrei zum FC Bayern wechselte. Diesen Rückschlag will Heidel aber keinesfalls auf seine Kappe nehmen: "Darüber kann ich wirklich nur lachen. Ich habe alles versucht, und wir hatten trotzdem keine Chance. Ich kann kein Geld drucken."


Dass Schalke gute (und teure) Spieler ohne Ablöse verliert, ist ein leidliches Thema in Gelsenkirchen, auch aktuell. Heidel adressiert diese Problematik an die finanzielle Marktschere: "Wo gehen denn die Topspieler wie er (Goretzka, Anm.) oder davor Joel Matip oder Sead Kolasinac hin? Zum FC Liverpool, zu Arsenal oder eben zum FC Bayern. Wirtschaftlich ist das eine andere Liga. Da hat Schalke null Chancen, das sieht man jetzt wieder an Alex Nübel."


Heidel kritisiert FC Bayern für Sparkurs auf dem deutschen Markt


Für den Transfer des deutschen U21-Nationaltorhüters, respektive die Strategie, Geld auf dem deutschen Markt zu sparen, kritisierte Heidel den ​FC Bayern scharf: "Die Bayern fahren inzwischen leider die Politik, auf dem deutschen Markt nichts mehr oder kaum was zahlen zu wollen, und sichern sich Top-Bundesligaspieler sehr früh, um sie dann ablösefrei zu übernehmen. Ob das immer statutengerecht ist, interessiert niemanden. Die dicke Kohle fließt, wie zum Beispiel bei Hernandez, ins Ausland."