Werder Bremen scheint bald den ersten Neuzugang des Winters vermelden zu können. Mit ​Kevin Vogt wird der SVW höchstwahrscheinlich einen enorm erfahrenen und etablierten Defensivspieler unter Vertrag nehmen. Was kann der Allrounder den krisengebeutelten Norddeutschen geben?


Zwischenzeitlich deutete einiges darauf hin, dass in diesem Winter kein einziger Neuzugang zum Lager des SVW stößt. Die Verantwortlichen um Sportchef Frank Baumann mussten den schmalen Grat zwischen der geringen finanziellen Belastbarkeit und den strukturellen Folgen für den Kader finden. Nur eine Wunschlösung würde den Bremern wirklich weiterhelfen, doch ist Kevin Vogt nicht eher der zu vermeidende Alibi-Transfer?


Im Sommer musste Bremen auf ähnliche Art und Weise kurzfristig nach Verstärkung suchen. Den Grün-Weißen blieb nur wenig Zeit und so entschieden sich die Verantwortlichen zu den Leihgeschäften von Leonardo Bittencourt und Michael Lang. Beide Spieler ließen in Teilen die nötigen Qualitäten vermissen, dazu könnte sich Bittencourt als enorm teuer herausstellen. Dass Vogt nun ein ähnlicher Panikkauf ist, wie seine Vorgänger, ist zumindest nicht komplett von der Hand zu weisen.


Vogt verstärkt Werder sofort - Zweifel bestehen


​Klar ist bei allen Spekulationen: ​Vogt könnte perfekt zu Werder passen und die Mannschaft ab dem ersten Tag verstärken. Die großen Defensivprobleme würde Bremen mit dem neuen Elan und der langjährigen Spielpraxis des ehemaligen Kapitäns angehen können, der nicht nur durch Tempo, sondern vor allem die lange vermisste Physis überzeugt. 


Der 28-Jährige hat seinen Zenit dazu noch nicht erreicht und kennt die ​Bundesliga nach fast acht Jahren bestens. Sollte es sich bei dem möglichen Angebot um eine Leihe handeln, hätte Werder zudem genügend Zeit, um über die weitere Zukunft zu entscheiden. Der ohnehin enge Haushalt der Norddeutschen würde somit vorerst verschont werden, doch das Gesamtpaket weist weiterhin Zweifel auf.

Kevin Vogt

Kevin Vogt stellte seine Qualitäten in vielen Jahre unter Beweis



Von Beginn des Winters an wünschten sich die Verantwortlichen und Trainer Florian Kohfeldt einen zentralen Mittelfeldspieler, der vor allem Dauerläufer Maximilian Eggestein entlasten könnte. Mit Vogt ist ein reiner Innenverteidiger im Anflug, der in Bestform bestenfalls auf der Sechs zum Einsatz kommen kann. 


Eine nachhaltige Verstärkung für die Zentrale ist der aktuelle ​Hoffenheimer also nicht. Darüber hinaus dürfte befürchtet werden, dass sich Werder auf ein weiteres Leihgeschäft mit anschließender Kaufoption einlässt. Mit den Paketen um Bittencourt und Ömer Toprak könnte dies im Sommer rund 15 Millionen Euro an geplanten Ausgaben bedeuten.


Hat sich Werder auf Vogt vorbereitet?


Eine Ideallösung ist der Defensivspieler in keinem Fall. Auf Seiten der Bremer ging es nun allerdings darum, ob Vogt die bestmögliche Option ist. Geplant war die Vorstellung einer Verstärkung vor dem Trainingslager, sodass sich diese dort mit der Mannschaft einspielen kann. Dies wird nun nicht mehr gelingen, der 28-Jährige wäre frühestens in der ersten Spieltagswoche eine Option.


In den vergangenen Tagen scheint sich Werder dem Hünen zumindest angenähert zu haben. Mit dem stetigen Interesse bereitete sich die Mannschaft bereits auf eine potentielle Ankunft Vogts vor, trainierte oft in einer Dreierkette und schaffte ohne die Gewissheit den nötigen Platz in der Abwehr. Zumindest zur Variabilität würde der einstige U-Nationalspieler einiges beitragen.

Florian Kohfeldt,Tim Borowski

Hat sich Florian Kohfeldt auf den potenziellen Transfer vorbereitet?



Im Fazit überwiegt vor allem die Initiative, die Werder nun ergriff. Vogt ist definitiv einer der Kandidaten, der Werder im Abstiegskampf weiterhelfen kann. Doch die vielen Begleiterscheinungen können sowohl die Verantwortlichen als auch die Fans nicht durchgehend positiv stimmen. Bremen musste All-In gehen und könnte nun für die seit Wochen erhoffte Verstärkung sorgen. Zukunft hat diese Transferplanung allerdings nicht, was Frank Baumann ebenfalls bewusst sein dürfte.