Ein Bericht von Sport1, wonach der ​FC Bayern München seinem künftigen Neuzugang Alexander Nübel per Vertragsklausel ​mindestens 15 Einsätze in der ersten Saison zugesichert hat, sorgte am heutigen Freitag für viel Gesprächsstoff. Nachdem Bayern-Verantwortliche diese Meldung zunächst nicht dementierten, machen sich langsam Zweifel über diese Klausel breit.


Am Ende der Saison wird Alexander Nübel ​Schalke 04 verlassen und sich Bayern München anschließen. Für viele ist es eine sehr überraschende Entscheidung, immerhin ist Manuel Neuer dort klarer Stammkeeper, der zudem seinen Vertrag bis 2023 verlängern soll. Angeblich wurde Nübel allerdings schriftlich zugesichert, dass er mindestens 15 Einsätze bekommen wird. 


Nübel-Verpflichtung sorgt weiterhin für Gesprächsstoff - Neuer will keine Spiele abgeben


Sollte diese Meldung wahr sein, scheint Manuel Neuer von dieser Verabredung nichts gewusst zu haben. Der 33-Jährige sprach in der letzten Woche Klartext, indem er erklärte, er sehe sich als "Protagonist", der grundsätzlich immer spielen will. Eine Kampfansage an Nübel, wobei es anhand dieser möglichen Klausel verständlicher wäre, wieso Neuer augenscheinlich so gereizt auf die Nübel-Verpflichtung, bzw. auf die angesprochene Spiel-Teilung, reagierte. 


Sportdirektor Hasan Salihamidzic dürfte sich mit solch einer Verabredung ordentlich ins Abseits geschossen haben. Da er die Berichte auch auf Nachfrage nicht dementierte, könnte man vermuten, dass in diesen Meldungen zumindest ein kleiner Wahrheitsgehalt enthalten ist. Da diese These aber auch nicht bestätigt oder von mehreren Seiten gestützt ist, muss man es zunächst bei Spekulationen belassen. Manuel Bonke, Bayern-Reporter bei der tz, zweifelt die Sport1-Infos indes öffentlich an (siehe Update unten!) Bei Twitter erklärte er auf den Bericht bezugnehmend, dass es "kein Wunder" sei, dass es alle involvierten Parteien abstreiten würden. Schließlich wäre dies ein "unüblicher Vorgang in der Branche". 

Sport1-Reporter Florian Plettenberg, der diese Story veröffentlicht hatte, bedankte sich daraufhin auf ironische Weise, ebenfalls bei Twitter. Durch die verschiedenen Seiten, einerseits das fehlende Dementi (womit man das Thema einfach aus der Welt schaffen könnte), aber andererseits auch die fehlenden Stützen der Aussagen, erscheint das Thema noch komplizierter und undurchsichtiger zu werden. 

So oder so ist und bleibt es ein insgesamt sehr merkwürdiges Vorgehen: Holt man Nübel und verspricht ihm tatsächlich bestimmte Einsätze, wäre dies Neuer gegenüber ein Affront. Einen so verdienten Spieler, mit einem solchen Standing, der zudem noch erneut verlängern soll, dabei so zu umgehen, wäre sehr unprofessionell. Wenn Nübel aber dieses Versprechen nicht erhalten hat, muss man sich fragen, wie er sich zusammen mit seinem Berater die Zukunft in München vorgestellt hat. Ohne eine ganze Saison und ohne Spielpraxis für womöglich Jahre auf die Bank. Es bleibt eine kuriose Geschichte. 


Update: Fehlende Klarstellung sowie Bestätigung des Berichts sprechen für die Meldung


Wie im Text bereits erörtert​ hatte Sport1 exklusiv berichtet, dass der FC Bayern Alexander Nübel schriftlich 15 Spiele zugesichert haben soll. Da es bislang (noch) keine offizielle Bestätigung dieses Berichts gibt, ist und bleibt es zunächst eine im Raum stehende Meldung. Auch wenn der oben eingefügte Tweet von Manuel Bonke persönliche Zweifel offenbart, gibt es noch immer vermehrt Anzeichen, dass es diese Klausel tatsächlich gibt. 

Zum einen gab es trotz mehrere Nachfragen an den FC Bayern noch immer kein klares und einfaches Dementi. Würde eine solche Vereinbarung nicht existieren, wäre es ein Leichtes, dies schlichtweg klarzustellen und diese Geschichte somit aus der Welt zu schaffen. Zum anderen meldete nun auch die ​Münchener Abendzeitung, dass die von Sport1 ins Spiel gebrachte Information stimmt. So offenbart sich das bereits im Text erklärte Konfliktpotenzial auf der Torwart-Position im Verhältnis zum Selbstverständnis Manuel Neuers.


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