​​Hannover 96 dürfte das vergangene Kalenderjahr wohl so schnell wie möglich vergessen wollen. Für den Traditionsklub ging es in die ​zweite Liga, in der sich die 96er noch immer nicht erholt haben. Viele Strukturen innerhalb des Vereins mussten überdacht und erneuert werden, das hat nun ein horrendes Minusgeschäft zur Folge.


Mit einem Abstieg aus der ​Bundesliga sind für jeden Profiklub enorme Kosten und Aufwände verbunden. Dass ein Team allerdings so unvorbereitet und überfordert absteigt wie Hannover 96, kommt allerdings nur in wenigeren Fällen vor. Für den Ex-Bundesligisten endete die vergangene Rückrunde im unvermeidlichen Abstieg und dem Neuanfang, der bisher nicht gelingen wollte.


Aktuell stehen die Niedersachsen mit nur 21 Punkten knapp über der Abstiegszone im Unterhaus, müssen sich in der zweiten Saisonhälfte dringend fangen. Trotz vieler Verkäufe in der Sommerpause sind die Hannoveraner zumindest finanziell erschreckend machtlos, im Abstiegsjahr machten die Roten einen rekordverdächtigen Verlust.


Minus könnte noch schlimmer ausfallen


Wie ein Bericht der Bild veröffentlicht, muss Hannover enorme Einbußen hinnehmen. "Nach dem Abstiegsjahr und nach dem Ende dieser Saison werden wir einen Verlust von 34 Millionen Euro erwirtschaftet haben“​, so Vorstandsvorsitzender Martin Kind. Vor allem die hohen Gehälter von mehr als 40 Millionen Euro sorgen für diese Summe, dazu kommen Abfindungen der vergangenen Trainer oder die Kosten für das Nachwuchsleistungszentrum.


Vor allem die fehlenden Zuschauer haben ebenfalls einen großen Anteil am so deftigen Minus, wie Kind bestätigt. "Wir hatten mit 37.000 geplant. Vielleicht erreichen wir noch 34.000, wenn es in der Rückrunde gut läuft.“ Die rote Zahl könnte also noch einmal größer werden und somit mehr Probleme als gedacht bereiten. Selbst die millionenschweren Verkäufe von Ihlas Bebou, Niclas Füllkrug oder Walace können das Minus nur bedingt abfangen.

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Martin Kind hat mit Hannover enorme Finanzeinbußen eingefahren


Am Ende der Saison wird bei den 96ern ein ungefährer Verlust von 13 Millionen Euro stehen, die Verkäufe mit eingerechnet. Für die Zukunft bedeutet dies nichts gutes, das Ziel Wiederaufstieg ist längst abgehakt. Doch Kind versichert, dass die Perspektiven besser werden und Hannover ab dem Sommer erneut an den Strukturen arbeitet. 


"Wir werden 96 zukunftsorientiert aufstellen. Wir machen kein Blabla, wir schaffen Inhalte. Voraussichtlich noch in diesem Jahr werden alle wesentlichen Entscheidungen getroffen sein. Und dann hat 96 unter allen Fragestellungen eine gute Zukunft."