​Am morgigen Samstag verlässt der Bundesligist ​1. FC Köln sein Trainingslager in Benidorm. Nach einer intensiven Zeit an der spanischen Ostküste zog Horst Heldt gegenüber Bild ein erstes Winter-Fazit. Dabei sprach der Geschäftsführer Sport nicht nur über die Verfassung einzelner Spieler, sondern auch über die potenzielle Verpflichtung zweier Neuzugänge sowie die Möglichkeit einer zweiten, abgeschotteten Trainingsgruppe. 

​Der abstiegsbedrohte Effzeh holte aus den letzten drei Spielen vor der Winterpause alle neun Punkte. Die Euphorie soll sich natürlich auch auf die Rückrunde übertragen, so Heldt. "Wir müssen einen Mix finden aus Euphorie, Flow und Selbstvertrauen einerseits sowie andererseits dem Wissen, dass wir noch nicht ansatzweise über den Berg sind", ließ der 50-Jährige klar und deutlich wissen. Jede Mannschaft ab ​Augsburg Richtung Tabellenende müsse sich mit dem Abstiegskampf auseinandersetzen. "Es wird bis zum letzten Spieltag ein enges Rennen", ist sich Heldt sicher. 

Gespräche mit den Sorgenkindern 

Auf Anthony Modeste hat sich die angesprochene Euphorie bislang noch nicht übertragen. Das liegt vor allem am Tod seines Vaters, mit dem der 31-jährige Franzose sichtbar zu kämpfen hat. Zusammen mit seinem Kollegen Alex Wehrle habe Heldt sich mit Modeste ausgetauscht. "Sein Problem ist menschlich, auch als Leistungssportler kann man private Probleme nicht einfach ausknipsen. Er weiß, dass wir an seiner Seite sind und er alle Unterstützung und alle Zeit erhält, die er braucht", gab Heldt der Bild zu wissen. 

​Der zweite Kölner Spieler mit aktuellen Problemen heißt Jorge Meré. Der 22-jährige Innenverteidiger spielte in der laufenden Spielzeit bis dato erst fünfmal, davon nur zweimal von Beginn an. Die Bild sprach bezüglich des Spaniers das Thema Heimweh an. Heldt: "Auch mit Jorge gab es ein Gespräch. Er ist natürlich unzufrieden, weil er zu wenig spielt. Das muss er auch sein, sonst hätte er seinen Job verfehlt. Von Heimweh war nicht die Rede."

Jorge Mere

Trotz Unzufriedenheit: Jorge Merés Zeichen stehen nicht auf Abschied

Zuletzt bekam Meré Besuch von seinen Beratern. Einen Wechsel des U21-Nationalspielers schloss Heldt jedoch aus: "Es gab keinen Hinweis von ihm oder seinen Beratern, dass er uns verlassen möchte. Er muss sich der Konkurrenz stellen. Wir erwarten, dass er seine Qualitäten einbringt und sich weiter verbessert und durchbeißt. Alle wissen, was er drauf hat!"


​Psychologe, Motivator und Innenverteidiger sollen kommen 

​Den angesprochenen, emotionalen Problemen der Effzeh-Akteure soll künftig ein Psychologe Abhilfe schaffen. "Wir werden uns mit einem Psychologen zusammen setzen. Er wird uns punktuell begleiten, so wie es nötig ist. Wir bieten das den Spielern an", verriet Heldt. Zudem war Heldts Schwager Wolfgang Jenewein im spanischen Trainingscamp als Motivator mit an Bord. Er soll auch in Köln weiterhin dosiert mit der Mannschaft arbeiten. 


Neben dem Betreuerstab, soll aber auch die Mannschaft noch verstärkt werden. "Dieser Plan steht", antwortete Heldt kurz und knapp auf die Frage, ob noch ein Innenverteidiger verpflichtet wird.


​Gesonderter Trainingstrupp

Dagegen scheinen einige Spieler aus dem aktuellen Kader unter Markus Gisdol keine Zukunft mehr in Köln zu haben. Sofern die aussortierten Spieler im Winter keinen neuen Klub finden sollten, sei es sogar möglich, dass sie in einer gesonderten Gruppe trainieren. "Das ist definitiv nicht gewollt. Aber komplett ausschließen werde ich das auch nicht. Wenn der Kader zu groß wird und kein ordentliches Training mehr möglich ist, kann das ein Mittel sein. Wir haben ein Ziel, den Klassenerhalt. Und dem müssen wir alles unterordnen", erklärte Heldt zu einer möglichen Trainingsgruppe zwei. 


​Man sieht, der Effzeh samt Sport-Boss Heldt haben das Ziel Klassenerhalt klar vor Augen. Am Freitag testet Cheftrainer Gisdol sein Team gegen den belgischen Erstligisten KRC Genk, ehe die Kölner am kommenden Samstag zum Rückrundenauftakt den ​VfL Wolfsburg empfangen.