Quo vadis, FC Bayern. Vor dem Rückrundenstart ist mal wieder einiges los in München - oder besser gesagt in Katar, wo sich der Rekordmeister auf die zweite Saisonhälfte vorbereitet. Personell drückt der Schuh vorne und hinten. Einige Namen geistern durch die Medien, Benjamin Henrichs ist dabei kein Thema mehr. Allerdings offenbar aus einem anderen Grund, als bislang angenommen.


​Hansi Flick betonte im Trainingslager des ​FC Bayern in Doha mit Nachdruck, dass er mindestens zwei neue Spieler für die Rückrunde brauche, um den hohen (Titel-)Erwartungen in München gerecht werden zu können. 


Gnabry fehlt gegen Berlin - Coman erst im Februar einsatzbereit


Neben den bekannten Personalmangel in der Defensive drückt beim Rekordmeister auch der Schuh in der Offensive. Die Bild berichtet, dass Serge Gnabry den Rückrundenstart gegen Hertha BSC definitiv verpassen werde. Auch für das darauf folgende Heimspiel gegen Schalke sei der Angreifer fraglich. Kingsley Coman fehlt sogar noch länger und soll erst im Februar wieder eine Option sein. Heißt: Ivan Perisic ist der einzig "waschechte" verbliebene Außenstürmer im aktuellen Kader.

Wird Oyarzabal plötzlich zum Thema? Sané-Wechsel soll im Sommer über die Bühne gehen


Mit Thomas Müller und Philippe Coutinho kann Flick die Personalnot zwar kurzfristig auffangen, in der entscheidenden Saisonphase erhofft sich der FCB-Coach verständlicherweise aber ​mehr Optionen. Der Name Mikel Oyarzabal geistert deshalb schon durch Doha. Der 22-Jährige spielt aktuell bei Real Sociedad, ist amtierender U21-Europameister und eigentlich der auserkorene Sané-Nachfolger bei ​Manchester City.


Schon aus diesem Grund bleibt ein Vorstoß des FC Bayern fraglich. Damit könnte man die City-Verantwortlichen noch mehr vergraulen. Beim Thema Sané scheint dagegen alles geklärt: Ein Winter-Wechsel ist kein Thema, die Teamkollegen in Manchester gehen aber von einem Abschied gen München im Sommer aus. Aus Sicht des FC Bayern sei man zu dem Schluss gekommen, dass ein Angebot nach der Saison finanziell mehr Sinn machen würde. Das will ManCity-Experte Sam Lee (The Athletic) in Erfahrung gebracht haben.

Neuzugang für die Offensive eher unwahrscheinlich


Hasan Salihamidzic deutete mit seiner Kritik an Flick und den Aussagen zu möglichen Winter-Transfers bereits an, dass es schwierig werden wird, geeignete Spieler zu finden. Oyarzabal etwa, ​hätte eine Ausstiegsklausel, die bei 75 Millionen Euro liegen soll. Fazit: Für die offensive Außenbahn kommt im Winter eher kein Spieler mehr. Flick und die FCB-Fans müssen beten, dass Gnabry und Coman zur "Crunchtime" der Saison fit und in Form sind.

Mikel Oyarzabal

Sollte Mikel Oyarzabal in München aufschlagen, wäre das eine faustdicke Überraschung


Viel wahrscheinlicher ist da schon ein Transfer eines Rechtsverteidigers. Wer das sein könnte, ist noch offen. Bei Joao Cancelo von Man City gehen die Berichte hin und her - der Portugiese bleibt aktuell aber der Favorit. Mit einer Leihe hätte man das akute Problem behoben und bliebe variabel für die bevorstehende Transferoffensive im Sommer (u.a. Sané, Havertz).


FCB-Scouts von Flicks Wunschspieler Henrichs nicht überzeugt


Benjamin Henrichs soll in den Überlegungen bekanntlich keine Rolle mehr spielen. Die Sportbild hatte berichtet, ​dass sich der flexibel einsetzbare Außenverteidiger gegen einen (Leih-)Wechsel nach München entschieden habe. Der angedachte Transfer von Monaco nach Leipzig ist aber ebenfalls ins Stocken geraten.


Losgelöst davon, berichtet tz-Journalist Manuel Bonke von einem ganz anderen Grund, warum Henrichs beim FC Bayern kein Thema mehr sei. Der 22-Jährige sei zwar der Wunschspieler von Flick gewesen, überzeugte die Scouting-Abteilung des FCB aber nicht. Demnach habe man ihn bei der U21-EM beobachtet, sich aufgrund der Leistungen im Kuntz-Team aber gegen einen Transfer entschieden.

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Henrichs war als Linksverteidiger im Turnier gesetzt. Lediglich das Halbfinale verpasste er wegen einer Gelb-Sperrre. Die restlichen Partien, inklusive dem verlorenen Finale gegen Spanien (1:2), stand er über die volle Spielzeit auf dem Platz. Henrichs galt dabei als Führungsspieler, konnte aber tatsächlich aber nicht immer überzeugen. Sein Spiel beim Turnier war geprägt von Licht und Schatten.

Benjamin Henrichs,Mikel Oyarzabal


Dass er in Monaco in der laufenden Saison lediglich sieben Pflichtspiele absolviert hat (549 von 630 möglichen Minuten), trug mit Sicherheit nicht dazu bei, die Verantwortlichen von einem Transfer zu überzeugen.


So oder so - Henrichs wird nicht in München aufschlagen. Die Suche nach einem Rechtsverteidiger dürfte nicht einfacher werden, von dem von Flick gewünschten Offensivspieler ganz zu schweigen. ​Einem schwierigen Transfer-Sommer folgt also ein ebenso schwieriger -Winter an der Säbener Straße. Ausgang: offen.