Der ​BVB hat eine durchwachsene Bundesliga-Hinrunde hinter sich. Über die Winterpause will sich die Mannschaft sammeln und im neuen Jahr angreifen. Das gilt insbesondere für sieben Spieler, die unter Zugzwang stehen.


Nico Schulz


Mit dem Wechsel zum BVB wagte Nico Schulz im Sommer den endgültigen Schritt zu einem Top-Club. Der Nationalspieler kam mit vielen Vorschusslorbeeren zur Borussia, enttäuschte bislang aber auf kompletter Linie. Defensiv fahrlässig, wenig ins Spiel eingebunden und Offensiv ohne die entscheidende Durchschlagskraft: Schulz konnte wenig von dem abrufen, das ihn bei der TSG Hoffenheim so stark machte. In der Rückrunde muss der 26-Jährige einen Gang zulegen - ansonsten ist das Abenteuer BVB bald wieder vorbei.


​Mario Götze


Auch Mario Götze durchlebte eine enttäuschende Hinrunde. Der Weltmeister von 2014 bekam von Cheftrainer Lucien Favre kaum Einsatzzeit und wusste die wenigen Minuten, die ihm zugestanden wurden, kaum zu nutzen. Aller Voraussicht nach wird Götze, dessen Vertrag ausläuft, den BVB im Sommer verlassen. Bis dahin sollte der Angreifer aber zumindest Eigenwerbung betreiben, um sich für andere Clubs ins Schaufenster zu stellen. ​


Leonardo Balerdi

Leonardo Balerdi

Nach einem Jahr Eingewöhnung und Anlernen feierte Leonardo Balerdi endlich sein Debüt für den BVB, der für den 20-jährigen Argentinier im Januar 2019 immerhin 15,5 Millionen Euro auf den Tisch legte. Nach zwölf Minuten in der Bundesliga und sieben in der Champions League, drängt Balerdi in der Rückrunde auf mehr Spielzeit. Und die muss er nutzen, um sich auch mittelfristig in Dortmund etablieren zu können. Genug Anlaufzeit hat er dafür bereits im Rücken. 


Marco Reus


Statistisch gesehen spielte Kapitän ​Marco Reus wie immer eine gute Serie; zehn Tore und fünf Vorlagen in 22 Einsätzen sind durchaus respektable Zahlen. Vom Dortmunder Spielgestalter erwartet man sich jedoch mehr, deutlich mehr. Reus soll und muss die Mannschaft tragen und mit guter Leistung vorangehen. In der Hinrunde tauchte der 30-Jährige jedoch viel zu häufig ab und überließ die Mannschaft damit mehr oder weniger sich selbst. Zuletzt deutete Reus' Formkurve nach oben, diese Entwicklung sollte der Kapitän dringend bestätigen, wenn der BVB in dieser Saison um Titel mitspielen will.

Mahmoud Dahoud


Mahmound Dahoud

Seit zweieinhalb Jahren steht Mo Dahoud mittlerweile beim BVB unter Vertrag, konnte sich aber noch immer nicht auch nur im Ansatz beim amtierenden Vizemeister etablieren. Zwar deutet der zentrale Mittelfeldspieler sein enormes Potential phasenweise an, kriegt allerdings schließlich keine Konstanz in sein Spiel. Und langsam tickt die Uhr für den feinen Techniker: Viele Chancen wird ihm die Borussia nicht mehr zugestehen. Zuletzt soll Hertha BSC Interesse am 24-Jährigen bekundet haben, auch ein Abschied aus Dortmund scheint möglich zu sein. So oder so muss Dahoud seine PS langsam auf die Straße kriegen, um seine Karriere ankurbeln zu können.


​Jacob Bruun-Larsen


Eigentlich hat Jacob Bruun Larsen alles, um ein Aushängeschild beim BVB zu werden: Der Däne entspringt dem eigenen Stall, bringt Kampfgeist und Leidenschaft und feine fußballerische Anlagen mit. Nachdem der Angreifer in der letzten Saison seinen Durchbruch in Dortmund endgültig geschafft zu haben schien, spielte Bruun Larsen eine enttäuschende Hinrunde 2019. Erst acht Kurzeinsätze stehen in den Büchern des 21-Jährigen, nur eine mickrige Vorlage kam dabei herum. Zu allem Übel verpasste Bruun Larsen nun auch noch die ersten Tage im Trainingslager krankheitsbedingt. Im neuen Jahr muss sich der Youngster aufdrängen und empfehlen. Ansonsten scheint sein Abschied vom BVB im Sommer besiegelt zu sein.


Manuel Akanji


Nach seinem Wechsel aus Basel nach Dortmund wusste Manuel Akanji beim BVB zu überzeugen. Ob als Aushilfsrechtsverteidiger oder auf seiner angestammten Position im Zentrum: Akanji spielte souverän seinen Stiefel herunter. Davon ist mittlerweile nichts mehr zu sehen. Der Schweizer hat eine wacklige Hinrunde voller individueller Fehler hinter sich und muss Acht geben, nicht vom jungen Dan-Axel Zagadou den Rang abgelaufen zu bekommen. Aktuell profitiert Akanji - hinsichtlich der Spielzeit und seiner Leistungen - von Lucien Favres Umstellung auf eine Dreierkette. Nichtsdestotrotz muss der Schweizer wieder bessere Leistungen im BVB-Dress anbieten.