Mit der Verpflichtung von ​Pellegrino Matarazzo als Nachfolger von Tim Walter hatte die Führungsspitze des ​VfB Stuttgart zum Ausklang des vergangenen Jahrzehnts für eine große Überraschung gesorgt. Wie nun bekannt wurde, hatte sich Thomas Hitzlsperger und seine Mitarbeiter zuvor bei RB-Coach ​Julian Nagelsmann eine Empfehlung für den noch recht unbekannten Übungsleiter abgeholt.


Während die versammelte Sportpresse wochenlang über potenzielle Trainerkandidaten diskutiert hatte, beschäftigten sich Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger und sein Sportdirektor Sven Mislintat heimlich still und leise bereits seit geraumer Zeit mit Matarazzo. Dabei hatten die Entscheidungsträger rasch erkannt, dass der 1,98-Meter-Hüne nahezu ideal in das Anforderungsprofil der Schwaben passt und sich unter anderem durch seinen guten Umgang mit aussichtsreichen Talenten auszeichnet.


Alter Weggefährte von Nagelsmann


Die Qualität der Talentförderung kommt bei Matarazzo nicht von ungefähr, arbeitete der gebürtige US-Amerikaner doch einst viele Jahre sowohl für den 1. FC Nürnberg als auch die TSG 1899 im Jugendbereich mit Rohdiamanten zusammen. Den Wechsel hin zu den Kraichgauern hatte ihm in der Saison 2017/18 der damalige TSG-Cheftrainer Julian Nagelsmann ermöglicht.

Julian Nagelsmann,Pellegrino Matarazzo

Die beiden Taktikfanatiker kennen und schätzen sich aus gemeinsamen Tagen in ihrer Trainerausbildung und hatten sich einst sogar ein Zimmer geteilt. Unter Nagelsmann stieg Matarazzo dann auch bis zum Posten des Co-Trainers auf und hinterließ dabei einen derart guten Eindruck, dass Nagelsmann seinen Kumpel im vergangenen Sommer mit zu seinem Klub RB Leipzig nehmen wollte. Obwohl dieser Versuch schlussendlich scheiterte, blieben die beiden in engem Kontakt.


Hitzlsperger erkundigte sich bei Nagelsmann


Da Thomas Hitzlsperger bekanntlich über ein exzellentes Netzwerk verfügt, war ihm die enge Verbundenheit der beiden Trainer nicht verborgen geblieben. Als es beim VfB in Sachen Materazzo-Verpflichtung immer konkreter wurde, war sich der Vorstandsboss nicht zu schade, um bei Nagelsmann anzuklopfen und sich eine Einschätzung zu dessen ehemaligen Co-Trainer einzuholen. "Es war schon hilfreich, seine Meinung zu hören“, gestand der VfB-Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger laut den Stuttgarter Nachrichten am Dienstagnachmittag.

Thomas Hitzlsperger

Wie die Sport BILD berichtet, soll sich Nagelsmann dabei als großer Fan seines ehemaligen Mitarbeiters geoutet und dem VfB versichert haben, dass der bislang in vorderster Front noch gänzlich unerfahrene Coach durchaus "das Zeug zum Cheftrainer" habe. Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten, dass die Stuttgarter und vor allem Hitzlsperger mit der Staffelübergabe an Matarazzo ​ins Risiko gehen. Ein Wiederaufstieg ist schließlich weiterhin ein absolutes Muss und einen Welpenschutz kann und darf es daher auch für den neuen Coach im Ländle nicht geben.