​Mit Pellegrino Matarazzo hat der VfB Stuttgart ein recht unbeschriebenes Blatt als Nachfolger für den entlassenen Tim Walter verpflichtet. Der neue Cheftrainer stellte am Dienstag sich und seine Spielidee vor.


Tabellarisch befindet sich der VfB Stuttgart weiterhin auf Aufstiegskurs. Doch zuletzt stagnierte die Mannschaft unter Tim Walter. Mit Pellegrino Matarazzo haben die Cannstätter einen überraschenden Nachfolger präsentiert: der 42-Jährige arbeitete zuvor als Co-Trainer bei der ​TSG Hoffenheim und tritt nun im Ländle seine erste Stelle als Cheftrainer an.


"Ich bin sehr froh, Pellegrino Matarazzo heute als unseren neuen Cheftrainer vorstellen zu können. Wir haben uns für ihn entschieden, weil wir davon überzeugt sind, mit ihm sowohl unsere kurzfristigen als auch die mittel- bis langfristigen Ziele zu erreichen", erklärte Stuttgarts Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger. "Kurzfristig gilt es, den Aufstieg in die Bundesliga zu schaffen. Mittel- bis langfristig geht es um die Entwicklung unserer Mannschaft in allen Bereichen und insbesondere auch um die Entwicklung unserer jungen Talente."

Die erste Annäherung erfolgte 2018 mit Sportdirektor Sven Mislintat, der damals noch beim ​FC Arsenal tätig war. "Ich kannte Sven schon vorher und hatte Kontakt mit ihm, als Reiss Nelson 2018 von Arsenal nach Hoffenheim kam. Ich habe in unseren Gesprächen von Anfang an gemerkt, dass die Verantwortlichen im Verein auf einer Wellenlänge mit mir liegen, sodass es nicht lange gedauert hat, um mich für den VfB zu entscheiden", sagte Matarazzo, der sich auf seine neue Herausforderung freut: "Es ist mir eine Ehre und ich bin sehr stolz, hier sein zu dürfen. Der VfB hat eine beeindruckende Geschichte und Tradition. Mir ist bewusst, dass das Interesse und auch die Erwartungen sehr groß sind. Ich gehe diese Aufgabe mit Respekt, meiner ganzen Aufmerksamkeit und einer gewissen Demut an, im Team werden wir die Herausforderungen gemeinsam meistern."


Die Anforderungen, die der Verein stellt, sind klar: der Wiederaufstieg in die ​Bundesliga und die Förderung der jungen Spieler. "Wir haben fast ein Dutzend junge Spieler im Alter von Anfang 20 in unserem Kader. Insofern ist und bleibt Entwicklung ein ganz großes Thema für uns. Pellegrino hat den richtigen Hintergrund, diese Entwicklungen anzustoßen und mit dem bestehenden Team um ihn herum alles dafür zu tun, um den Aufstieg zu schaffen", so Sven Mislintat. Matarazzo stellte sich als akribischer Arbeiter vor, der auf Nähe zu seiner Mannschaft setzt. "Ich bin ein optimistischer Realist. Ich gehe alle Aufgaben optimistisch und mit viel Vorfreude an. Ich verschwende keinen Gedanken daran, was schiefgehen könnte, sondern denke nur daran, wie es funktionieren kann. Meinen Führungsstil würde ich als offen, ehrlich, sehr kommunikativ und kritisch bezeichnen, wobei es mir immer um die Sache geht. Aus meinem Mathematikstudium hängengeblieben ist auch eine gewisse Akribie sowie eine sehr strukturierte und lösungsorientierte Arbeitsweise. Ich bin sehr aufgabenorientiert."


Matarazzo setzt auf Offensive und Dominanz


In Stuttgart will der neue Chef an der Seitenlinie einen mutigen, offensiven und vor allem ballbesitzorientierten Fußball spielen: "Ich möchte offensiv und mit Vorwärtsdrang spielen mit den vielen Qualitätsspielern, die wir in unserem Kader haben. Außerdem wollen wir Dominanz ausstrahlen durch Spielkontrolle. Es geht darum, möglichst über 90 Minuten Zugriff auf das Spiel zu haben. Wir brauchen bestimmte Chancenmuster, wie wir zum Torabschluss kommen. Das gilt es, im Training einzustudieren. Mit Blick auf die Defensive geht es in erster Linie um strukturierte Konterabsicherung und Staffelung."