​Der ​Hamburger SV überwintert auf dem zweiten Tabellenplatz der 2. Bundesliga und liegt somit auf Aufstiegskurs. Gegen Ende der Hinrunde offenbarte das Team von ​Trainer Dieter Hecking aber immer mehr Defizite. Bei der Suche nach potenziellen Verstärkungen erwägt der erfahrene Coach daher nun angeblich bei seinem Ex-Klub ​Borussia Mönchengladbach zu wildern. Die Transferziele sollen dabei Fabian Johnson und Tobias Strobl sein.


Bis Ende Januar haben die Hanseaten noch Zeit, ihren Kader durch den ein oder anderen Neuzugang aufzupolieren. Als eine der größten Baustellen der Rothosen gilt dabei die rechte Defensivseite. Die beiden etatmäßigen Rechtsverteidiger Jan Gyamerah und Josha Vagnoman werden voraussichtlich noch monatelang ausfallen. Um die ambitionierten Saisonziele nicht zu gefährden, erscheint eine Verpflichtung eines Außenverteidigers quasi unausweichlich.


Gladbach-Duo im Fokus


Unlängst hatte das Abendblatt bereits über ein angebliches Interesse der Hamburger an Fabian Johnson berichtet. Der variabel einsetzbare 32-Jährige steht nun bereits seit über fünf Jahren bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag, spielt unter Coach Marco Rose derzeit aber so gut wie überhaupt keine Rolle mehr. Auch aufgrund eines zwischenzeitlichen Muskelfaserrisses kam der US-Boy in der aktuellen Spielzeit bislang nicht über fünf Pflichtspieleinsätze hinaus. Eine Ausweitung seines nach Saisonende auslaufenden Arbeitspapieres erscheint angesichts dieser Zahlen so gut wie ausgeschlossen.

Fabian Johnson

Auch die Hamburger Morgenpost will in Erfahrung gebracht haben, dass sich die HSV-Spitze mit Johnson beschäftigt. Darüber hinaus soll dem Bericht zufolge aber auch Tobias Strobl ein Thema an der Elbe sein. Auch der 29-jährige Deutsche steht aktuell bei den Fohlen unter Vertrag und hatte zuletzt arge Mühen, sich im breit aufgestellten Kader der Borussen für regelmäßige Einsätze zu empfehlen. Dem gebürtigen Münchner machte dabei wie seinem Teamkollegen immer wieder der eigenen Körper einen Strich durch die Rechnung. In der Gunst seines ehemaligen Chefs Dieter Hecking soll Strobl aber noch immer ganz weit oben stehen.


Beide Spieler eine ernsthafte Option


Da auch Strobls Vertrag im kommenden Sommer ausläuft und es nicht danach aussieht, dass der Rechtsfuß in den Zukunfsplanungen der Gladbacher eine Rolle spielt, könnte ein Vorstoß der Hamburger in diesem Winter durchaus von Erfolg gekrönt sein. Für beide Spieler käme ein Abgang von einem potenziellen Champions-League-Teilnehmer hin zu einem (Noch-)Zweitligisten zwar definitiv einem Eingeständnis einer Karrieredelle gleich, die Aussicht auf regelmäßige Einsätze könnte aber verlockend genug sein, um die Koffer zu packen.

Tobias Strobl

Unwahrscheinlich ist jedoch, dass der HSV beide Spieler verpflichten wird. In welche Richtung das Pendel schlussendlich ausschlagen wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zunächt werden sich die Hamburger genau darüber informieren müssen, welchen Fitnessstand das Duo nach der Vielzahl an Verletzungen in der Hinrunde mittlerweile wieder hat und inwiefern eine Verpflichtung im Winter mit einem gewissen Restrisiko eines Rückfalls verbunden wäre.


Unterschiedliche Spielertypen


Darüber hinaus, müssen sich die Hamburger klar machen, welcher Spierltyp ihnen in der aktuellen Situation besser zu Gesicht stehen würden. Auf dem Papier erscheint dabei Fabian Johnson eine sinnvollere Lösung zu sein, da der 57-fache Nationalspieler der USA nicht nur auf der rechten Defensivseite eingesetzt werden könnte, sondern sich auch auf der kompletten linken Außenbahn heimisch fühlt. Strobl hingegen ist eigentlich ein vornehmlich defensivdenkender Mittelfeldspieler, der der rechten Defensivseite zwar Stabilität verleihen könnte, von dem man aber keine Tempoläufe erwarten dürfte. 


Johnson und Strobl im Direktvergleich:


Johnson​Strobl​
Position​​LA​DMF
​Alter​32​29
​Marktwert​2 Mio. €​4,5 Mio. €
​Vertragslaufzeit​30.06.2020​30.06.2020
​Gladbach-Spiele​138​76
​Gladbach-Scorerpunkte​34​8

Festlegen wollen sich die HSV-Kaderplaner rund um Dieter Hecking den Berichten zufolge ohnehin noch nicht und setzen vielmehr darauf, dass sich neben Johnson und Strobl im Verlauf der Transferperiode noch weitere Türen öffnen werden. Mit jedem verstrichenen Tag ohne Neuzugang verzichten die Hamburger jedoch auf Möglichkeiten, sich neue Automatismen zu erarbeiten.