Nicht erst seit einigen Wochen schon spielt Marcel Schmelzer keine sportliche Rolle mehr bei ​Borussia Dortmund. Der Außenverteidiger ist spätestens seit letztem Sommer außen vor in der Planung von Trainer Lucien Favre. Der 31-Jährige kommt in der Hinrunde lediglich auf drei Einsatzminuten. Im sommerlichen Transferfenster schob der BVB einem Wechsel dennoch einen Riegel vor.


Bisher ist es eine Saison zum Vergessen für Schmelzer. Der 16-fache Nationalspieler ist ohne Perspektive beim BVB und konnte sich bislang auf der linken Außenposition der Verteidigung nicht gegen Nico Schulz und Raphael Guerreiro durchsetzen. ​Zudem bremst ein Muskelfaserriss Schmelzer seit Anfang Dezember weiter aus. Zwar ist der erfahrene Profi zuversichtlich, "nach der Winterpause wieder durchzustarten", doch so richtig will man ihm ein Comeback nicht mehr zutrauen.


Marcel Schmelzer für den BVB

Wettbewerb​Spiele​Tore​Vorlagen​
​Bundesliga253​2​22​
​DFB Pokal35​2​/​
​Champions League​431​7​
​Europa League (inkl. Qualifikation)26​1​4​
​DFL Super Cup​4​/​/
Gesamt​361​6​33

Die schlechten Einsatzchancen sind allerdings keine Überraschung, schon vor Beginn der Saison rechneten Außenstehende und gar Schmelzer sich selbst eine eher mäßige Perspektive aus. Für den Routinier, der inzwischen auch schon die Zeit nach der Karriere plant, schien im Sommer 2019 der Zeitpunkt gekommen zu sein, seinen Herzensverein (seit 2008 in Dortmund) zu verlassen.


Schmelzer: Gesamtpaket im Ausland passte perfekt


"Es war von meiner Seite aus alles geklärt mit einem Verein aus dem Ausland, der mir darüber hinaus eine Arbeit als Trainer in einem hoch angesehenen Trainingskomplex ermöglicht hätte - parallel zum Trainings- und Spielbetrieb", so Schmelzer im kicker-Interview über die Verhandlungen mit einem interessierten Klub. Besonders der Aspekt des Trainingserfahrung war für Schmelzer enorm wichtig, "weil ich nach der Karriere in diesem Bereich arbeiten möchte. Es war ein überaus spannendes Gesamtpaket und passte perfekt."


Zu einem Wechsel kam es bekanntermaßen allerdings nicht - Schmelzer blieb beim BVB, der ihm die Freigabe verwehrte. "Das hatte ich zu akzeptieren, auch wenn ich sehr enttäuscht war", so der Spieler. Seine Vorahnung, in dieser Saison kaum eine sportliche Rolle zu spielen, bestätigte sich schnell.


Möglicherweise wollte der BVB Schmelzer aufgrund seiner Bundesligaerfahrung als letzten Notnagel für die Außenposition halten und seine Routine auf die jungen Spieler übertragen. Dennoch ist es etwas fragwürdig, dass der Verein einen solch verdienten Spieler (je zwei Meisterschaften und Pokalsiege mit dem BVB) etwas unsanft halten möchte und ihm dabei eine große Möglichkeit auf die weitere Karriereplanung verbaut. Schmelzers Vertrag in Dortmund läuft noch bis Sommer 2021, ein vorzeitiger Abgang wird wohl weiter ein Thema bleiben.