Zu Zeiten von Ottmar Hitzfeld spielte der FC Bayern überwiegend mit zwei Sturmspitzen. Mit der Übernahme von Louis van Gaal im Sommer 2009 änderte sich dies jedoch, nach Ivica Olic, Mario Gomez und Mario Mandzukic ist Robert Lewandowski seit vielen Jahren der einzige Mittelstürmer in der Startformation. Wie Bayern-Experte Christian Falk behauptet, will Hans-Dieter Flick das Repertoire erweitern und die Doppelspitze wieder einführen.


Diese Entscheidung soll auch mit Joshua Zirkzee zusammenhängen. Der 18 Jahre junge Niederländer feierte gegen den ​SC Freiburg und den ​VfL Wolfsburg sein Bundesliga-Debüt für den FC Bayern und erzielte in beiden Spielen ein Tor. Mittelfristig wird Zirkzee als Nachfolger von Lewandowski gehandelt, im bisherigen 4-2-3-1 respektive 4-3-3 sind Einsatzminuten aber rar gesät.

Joshua Zirkzee

Wegen Sturm-Juwel Zirkzee will Flick künftig häufiger mit zwei Stürmern spielen.



Schon seit Jahren verbringt ein zweiter Stürmer die meiste Zeit auf der Münchner Bank, Sandro Wagner verließ den Klub unter anderem deshalb nach nur einem Jahr in Richtung China. Mit Fiete Arp und Joshua Zirkzee stehen zwei derzeit Sturm-Talente im Kader, auch Serge Gnabry kann in der Spitze spielen. Letzterer zog beispielsweise schon beim 4:0-Auswärtssieg gegen Fortuna Düsseldorf häufig ins Zentrum, weshalb Rechtsverteidiger Benjamin Pavard die Lücke auf dem Flügel schließen musste und viel höher positioniert war als noch unter Niko Kovac.


Seit dem Weggang von Pep Guardiola vor dreieinhalb Jahren sind die Münchner bei der Wahl ihrer Startformation berechenbarer geworden. Die Doppelspitze würde die Mannschaft wieder variabler machen, gleichzeitig die Präsenz und damit auch die Gefahr im Strafraum noch einmal erhöhen und jungen Spielern wie Zirkzee oder Arp mehr Spielpraxis versprechen. 


Flick, der Gestalter beim FC Bayern


In den kommenden Tagen hat Flick genügend Zeit für eine erste Probe. Vom 04. bis 10. Januar verweilt der FC Bayern im Trainingslager von Doha, in Katar soll akribisch für eine erfolgreiche Rückrunde gearbeitet werden. Zur Halbzeit überwintern die Bayern mit 33 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz, der Rückstand auf RB Leipzig beträgt vier Zähler. 


Zusätzlich zum Doppelsturm will Flick einen neuen Außenverteidiger verpflichten, die BILD brachte im Zuge dessen ​Lukas Klostermann ins SpielJoshua Kimmich soll stattdessen dauerhaft im Mittelfeld spielen und Benjamin Pavard in die Innenverteidigung rückenMit klaren Vorstellungen bastelt Flick an der Zukunft des FC Bayern, die er auch über die Saison hinaus mitgestalten könnte. Der Klub schließt eine Festanstellung nicht aus, er selber - so machte es im kicker-Interview den Eindruck - ​kann sich offenbar auch vorstellen, die Dauerlösung zu werden