​Kostspielige Trainer-Entlassungen mit entsprechenden Abfindungszahlungen im Millionenbereich sind ganz offensichtlich nicht nur den deutschen Spezialisten in dieser Kategorie (Hamburger SV und VfB Stuttgart) vorbehalten. Wie die französische L´Equipe (via marca.com) nun enthüllt, musste die AS Monaco seit Ende vergangenen Jahres satte 26 Millionen (!) an ihre geschassten Trainer zahlen.


Im Oktober 2018 war Schluss für Monacos damaligen portugiesischen Trainer Jardim. Vier Jahre hatte er im Fürstentum gewirkt und während dieser Zeit eine ganze Reihe von Spielern zu Profis gemacht. 


Thomas Lemar, Fabinho, Kylian Mbappé, Yannick Carrasco, Anthony Martial oder Geoffrey Kondogbia sind nur einige der illustren Namen, die Jardim ihren Durchbruch im Profi-Fußball zu verdanken haben. 


Allesamt spielen sie mittlerweile bei anderen Klubs - nachdem sie teils astronomische Ablösesummen in die Kassen des Klubs gespült haben. Viel Geld, aber sportliche Wertminderung: Das sollte Jardim am Ende zum Verhängnis werden. Denn die Ergebnisse stimmten in jenem Herbst 2018 schon seit längerem nicht mehr. Die AS taumelte scheinbar unaufhaltsam dem Abstieg entgegen. 


Jardim, Henry - und wieder Jardim!


Also handelten die Bosse und entließen Jardim am 11. Oktober 2018. Acht Millionen Euro zahlten die Monegassen dem in Venezuela geborenen und in Madeira aufgewachsenen Jardim als Abfindung - und stellten bereits kurze Zeit später eine absolute Vereinsikone als dessen Nachfolger vor. ​Thierry Henry sollte den Klub wieder in höhere Gefilde führen.

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Sein Trainerdebüt beim alten Klub endete im Desaster: Thierry Henry


Doch diese Mission scheiterte auf ganzer Linie. Keine drei Monate nach seiner Präsentation musste "Titi" auch schon wieder gehen. Die AS lag zu diesem Zeitpunkt auf dem letzten Rang der französischen Ligue 1. Nur zwei Siege hatte Henry in zwölf Spielen erreicht. Dazu kam noch das mehr als peinliche Aus im Pokal gegen den Zweitligisten FC Metz.


Im Klub erinnerte man sich danach der wohl doch nicht so schlechten Arbeit von Henrys Vorgänger. Und so stellte man die Uhr einfach wieder ein Vierteljahr zurück und begann mit dem neuen "Alten" von vorn. Nicht ohne vorher natürlich den Welt- und Europameister von 1998 und 2000 vertragskonform auszuzahlen: Diesmal waren zehn Millionen fällig.


Mit Jardim, sozusagen als Nachfolger seines Nachfolgers, schien es auch erst ganz gut zu klappen. Den drohenden Abstieg jedenfalls konnte Jardim im Frühjahr dieses Jahres vermeiden, und in der aktuellen Spielzeit lagen die Monegassen bislang eigentlich ganz gut im Rennen. Nach 18 Spielen (Monaco hat noch ein Spiel gegen PSG nachzuholen) liegen die Südfranzosen auf dem siebten Rang, in Schlagdistanz zum vierten Platz, der zur Qualifikation für die ​Champions League berechtigen würde. 


Da rangiert aktuell der OSC Lille. Und genau diesen Gegner schlug Monaco vor etwas mehr als einer Woche noch mit sage und schreibe 5:1. Offensichtlich war dieser Kantersieg jedoch kein Argument für die Bosse - die Jardim nun zum zweiten Mal innerhalb von vierzehn Monaten vor die Tür setzen. Und wieder sind acht Millionen Euro fällig. Acht plus zehn plus acht - macht summasummarum: 26 Millonen Euro Abfindungen. Auch eine Art, die durch die oben genannten Spieler generierten Ablösesummen auszugeben. 


Moreno soll es jetzt richten


Als Nachfolger von Jardim wurde bereits ​Roberto Moreno vorgestellt. Der hatte zuletzt als Interims-Nationaltrainer Spaniens gewirkt, und musst nach der Rückkehr seines Vorgängers Luís Enrique - und entgegen seinem Willen -  wieder Platz machen. 


Über die Höhe einer eventuellen Abfindungszahlung für den Fall seiner vorzeitigen Entlassung machten die Franzosen übrigens keine Angaben.