​Der ​VfB Stuttgart hat einen neuen Cheftrainer gefunden. Am Montagvormittag präsentierten die Schwaben ​Pellegrino Matarazzo als Nachfolger von Tim Walter, der kurz vor Weihnachten seine Koffer packen musste. Mit Hoffenheims Co-Trainer hat der Absteiger eine wahre Überraschung aus dem Hut gezaubert. Die Verpflichtung des 42-jährigen Übungsleiters bringt allerdings auch einige Risiken mit sich.


Seit dem Aus von Walter machten in den Medien zahlreiche Namen die Runde. Neben den ​üblichen Verdächtigen (u. a. Markus Anfang) wurde zuletzt auch Ex-VfB-Profi Ludovic Magnin als heißer Kandidat gehandelt. Matarazzo hingegen hatte niemand auf dem Zettel.


Vorstandschef Thomas Hitzlsperger und Sportdirektor Sven Mislintat sind jedoch voll und ganz vom 42-Jährigen überzeugt. "Wir sind bei der Suche nach unserem neuen Cheftrainer mit großer Sorgfalt vorgegangen und haben in den vergangenen Tagen zahlreiche intensive Gespräche geführt", so Hitzlsperger. "Am Ende stand ein klares Votum für Pellegrino Matarazzo." Mit dem in den USA geborenen Italiener sieht der Vorstandsboss den Verein "sehr gut aufgestellt". 

Sven Mislintat,Thomas Hitzlsperger

Sind in Hoffenheim fündig geworden: Thomas Hitzlsperger (l.) und Sven Mislintat


Mit Matarazzo gehen die Schwaben allerdings auch ein großes Risiko ein, da der 42-Jährige nur wenig Erfahrung im Profibereich vorweisen kann. Der Fußballlehrer war viele Jahre lang in der Nachwuchsabteilung des ​1. FC Nürnberg (ab 2010) tätig, ehe er im Sommer 2017 nach Hoffenheim wechselte, wo er zunächst den U17-Trainerposten übernahm. Anfang Januar 2018 stieg der 42-Jährige zum Co-Trainer von Julian Nagelsmann auf. Seit dieser Saison stand er Alfred Schreuder zur Seite.


Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob der noch recht unerfahrene Übungsleiter der schwierigen Situation in Stuttgart gewachsen ist. Bei seiner ersten großen Trainerstation bleibt Matarazzo vergleichsweise wenig Zeit, um sich einzuarbeiten und zurechtzufinden. Der 42-Jährige steht von Anfang an unter großem Druck und muss die Schwaben möglichst schnell wieder in die Erfolgsspur bringen, um das große Ziel Wiederaufstieg nicht zu gefährden.


Mit Blick auf den aktuellen Trainermarkt hätte es sicherlich "geeignetere" Kandidaten für die Aufgabe in Stuttgart gegeben. Scheitert das "Experiment Matarazzo", können die Schwaben in dieser Saison die Rückkehr ins deutsche Fußball-Oberhaus wohl abhaken. In diesem Fall dürften auch auf Hitzlsperger und Mislintat ungemütliche Zeiten zukommen, da das Führungsduo bereits bei der Verpflichtung von Walter kein glückliches Händchen bewiesen hatte.