​Beim ​FC Bayern München bricht in wenigen Tagen eine neue Ära an. Elfeinhalb Jahre nach seinem Karriereende ist Oliver Kahn zurück beim ​deutschen Rekordmeister. Am 1. Januar 2020 tritt der ehemalige Welttorhüter seine Arbeit als Vorstandsmitglied offiziell an. Nicht nur bei den Fans ist die Freude über die Rückkehr des 50-Jährigen riesengroß. 


"Oliver wird seine Erfahrung als früherer Weltklassespieler und inzwischen auch top vernetzter Geschäftsmann einbringen", wird Karl-Heinz Rummenigge von der Sport Bild zitiert. "Oliver wird uns bereichern. Wir werden gut zusammenarbeiten", so der Vorstandsvorsitzende, der Ende 2021 von Kahn abgelöst werden soll. Bis zu diesem Zeitpunkt soll der Ex-Profi optimal auf die neue Aufgabe vorbereitet werden und alle Ebenen und Abteilungen des Vereins kennenlernen. 


Viel Zeit, um sich in seinem neuen Büro auf der Vorstandsetage einzuleben, hat Kahn, der mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattet wurde, vorerst allerdings nicht. Der Sportzeitschrift zufolge wird der "Titan" für einige Tage nach Katar reisen, wo der FC Bayern auch in diesem Jahr sein Trainingslager (4. Januar bis 10. Januar) abhalten wird. Im Rahmen seines Besuchs soll das neue Vorstandsmitglied die Mannschaft sowie das Trainerteam kennenlernen. In den nächsten Monaten stehen zudem auch Besuche der Auslandsbüros in New York und Shanghai auf dem Programm.

Oliver Kahn

Ist seit vielen Jahren als ZDF-Experte tätig: Oliver Kahn


Zum Rückrundenstart am 19. Januar (Auswärtsspiel bei ​Hertha BSC) steht Kahn, der sich dem Vernehmen intensiv auf die neue Aufgabe beim FC Bayern vorbereitet hat, erstmals öffentlich im Fokus. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich der 50-Jährige in seiner neuen Rolle geben wird. Knallharte Ansagen an die Konkurrenz im Stile seines großen Befürworters Uli Hoeneß dürfte es jedoch vorerst nicht geben. Kahn, der unter anderem auch noch seinen Vertrag mit dem ZDF erfüllen wird, soll sich vorerst in Ruhe einarbeiten. 


Rummenigge ist sich jedoch sicher, dass der Publikumsliebling mit der Zeit die "Abteilung Attacke" übernehmen wird. "Oliver war auf dem Platz unser Titan. Und Titan rostet nicht. Dementsprechend können wir uns auf einiges gefasst machen - oder die anderen 17 Vereine der ​Bundesliga." 


Ex-Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld ist davon überzeugt, dass sein ehemaliger Schützling die Aufgabe hervorragend meistern wird. "Man kennt Oliver. Er redet Klartext. Er ist ein Leadertyp. Er hat das Bayern-Gen in sich und eine totale Identifikation mit dem Klub", gab der 70-Jährige zu Protokoll.