​Während sich seine Verwandte in Deutschland in der Weihnachtszeit vornehmlich um das letze verbliebene Plätzchen streiten, muss ​J​ürgen Klopp mit seinem ​FC Liverpool auch am 2. Weihnachstfeiertag ackern. In einem Interview erläuterte der Cheftrainer der Reds, wieso der Meisterschaftskampf in England immer schwerer wird und welche Maßnahmen er ergreift, um die Spannung bei seinen Schützlingen hoch zu halten.


Traditionell geht es in England am heutigen ​Boxing Day richtig zur Sache. Der diesjährige Spielplan beschert den Reds dabei ein Spitzenspiel beim Zweitsplatzierten Leicester City. Im Vorfeld des Flutlichtspiels nahm sich der deutsche Coach die Zeit, um sich laut dem liverpoolecho zum Titelkampf in der Premier League zu äußern. Dabei betonte Klopp, die Rolle des amtierenden Meisters ​Manchester City.


Guardiola setzte mit City neue Maßstäbe


Aktuell belegen die Reds mit elf Punkten Vorsprung auf die drittplatzieren Sky Blues vermeintlich komfortabel die Tabellenspitze. Allein in ihren letzten beiden Spielzeiten hatten die Cityzens insgesamt schier unglaublich 198 Punkte angesammelt. In der Vorsaison konnte Manchester dabei Klopps Liverpooler dank einer 14-Siege-Serie in der zweiten Saisonhälfte noch abfangen und den FC Liverpool trotz 97 gesammelter Zähler auf den zweiten Platz verweisen.


"Ich denke City hat die Messlatte extrem hoch gelegt. Ihre Dominanz in den letzten drei Jahren ist unglaublich und wirklich nur sehr schwer zu erreichen. Bereits vor zwei Jahren sind sie so Meister geworden und in der vergangenen Spielzeit haben wir uns gegenseitig beflügelt. Da haben sie einfach richtig abgeliefert", so Klopp.


Keine Ausrutscher erlaubt


Anders als noch in der Prä-Guardiola-Ära könne man sich heutzutage keine Niederlagen mehr leisten. "Das ist schwer, logisch. Aber die Premier League zu gewinnen, sollte auch schwierig sein, schließlich tummeln sich in dieser Liga so viele starke Mannschaften." Selbst Klubs wie den Tabellenletzten FC Watford, den viele bereits abgeschrieben hatten und der zuletzt plötzlich angefangen hat zu punkten, dürfe man dabei keineswegs unterschätzen. "Jede Mannschaft kämpft um jeden Punkt, das erschwert die Aufgabe sehr", so der ehemalige Borusse.

Große Verschnaufpausen gebe es dabei auf der Insel nicht: "Man muss sich alle drei Tage auf ein Spiel einstellen. Das wissen wir ganz genau und daher halten wir uns nicht lange mit vergangenen Erfolgen auf, sondern denken vielmehr von Spiel zu Spiel. Das klappt manchmal besser und manchmal weniger gut. Kann aber nur der einzig sinnvolle Plan sein."


Klopp und sein Team verlieren ihren Fokus nicht


Obwohl der diesjährige Spielplan den Reds Extravaganzen wie die Klub-WM beschert hatte, fällt es dem FC Liverpool nach Einschätzung ihres Trainers (bislang) noch relativ leicht, sich auf die wichtigen Spiele in der Liga zu fokussieren. Hilfreich war dabei, dass das Team auch in der Champions League bis zum letzten Spieltag auf Herz und Nieren getestet worden war und sich so gar nicht erst ein Schlendrian hatte einstellen können.


Von einem verfrühten Abfeiern der bisherigen Spielzeit will Klopp trotz der bisherigen Erfolge ohnehin überhaupt nichts wissen. "Es ist wie im wahren Leben, wenn man nach Erfolgen abhebt, erhält man rasch die Quittung", so Klopp. "Wenn es dann wirklich Grund zum Feiern gibt, bin ich zu hundert Prozent dabei. Halbgare Parties gibt es bei mir aber nicht", unterstrich The Normal One.