​Maximilian Eggestein ist momentan weit von der Form des Vorjahres entfernt. Dazu musste er gegen den ​1. FC Köln auf einer ungewohnten Position, der rechten Außenbahn, überzeugen. Zumindest gegen den Aufsteiger soll es aber einen guten Grund für die erneut schwache Leistung gegeben haben. Wie Florian Kohfeldt verriet, stand der Youngster trotz einer Rippenprellung über die volle Distanz auf dem Platz.


Vieles scheint in dieser Saison wie verhext zu sein für den ​SV Werder Bremen. Gut festzumachen ist dies an dem Beispiel Maximilian Eggestein, der seit Wochen enttäuschende Leistungen abliefert und seine Führungsstärke nicht ausleben kann. Es sollte ein Jahr des Durchbruchs werden, doch die Hinrunde entwickelte sich letztendlich zu einem enormen Kampf.


Diesen nahm Eggestein immer wieder an, musste sich den Bedingungen aber geschlagen geben. Allzu viele Gründe für seine schwachen Auftritte gab es nicht, erst am Wochenende musste er sich im Keller-Duell erneut der Kritik stellen. Wie sein Trainer Florian Kohfeldt dem Weserkurier berichtetet, gäbe es zumindest für dieses Spiel eine gewisse Rechtfertigung.


Kohfeldt: "Musste auf die Zähne beißen"


Laut dem Übungsleiter quälte sich ​der Youngster mit einer starken Rippenprellung herum, die ihn seit Mitte der Woche plagte. Trotzdem stand er gegen den Effzeh 90 Minuten auf dem Platz. "Wir haben das nicht öffentlich gemacht: Maxi hat heute unglaublich auf die Zähne gebissen, er hat eine schwere Rippenprellung gehabt, er konnte kaum trainieren und hat sich schon im Abschlusstraining am Freitag in Bremen über den Platz geschleppt. Das Geheimtraining am Donnerstag musste er sogar abbrechen", erzählte Kohfeldt.


In Zweikämpfen schien Eggestein oftmals nicht präsent zu sein, dazu war die Schwerfälligkeit in seinen Aktionen deutlich anzumerken. Dass er auf der rechten Verteidigungsposition in einer Fünferkette aushelfen musste, machte die Sache definitiv nicht einfacher. "Ich würde seine Leistung heute so einordnen: Hut ab für den Einsatz, aber von der reinen Leistung her kaum bewertbar." 

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Kohfeldt blieb am Wochenende keine große Auswahl



Trotzdem setzte der Trainer auf den 23-Jährigen, im Nachhinein durchaus verständlich. Zum einen bringt der Abräumer eine enorme Mentalität mit, die ihm zwar zuletzt etwas abgegangen ist, trotzdem aber eine große Stärke von Eggestein darstellt. Dazu ist er aus taktischer Sicht deutlich wertvoller, "weil wir im Spielverlauf vielleicht auch das System umstellen wollten. Er kann diese Position rechts in der Abwehr spielen, ich sehe ihn aber deutlich stärker im zentralen Mittelfeld.“


Die Konkurrenz ist nicht stark genug, um einen angeschlagenen Eggestein ersetzen zu können. Dies sagt viel über den aktuellen Zustand des Bremer Kaders aus, einen adäquaten Ersatz gibt es für kaum einen Stammspieler. Kohfeldt muss Woche für Woche darum kämpfen, elf leistungsfähige und vor allem mental eingestellte Spieler auf den Platz zu bringen. Im Winter sollte sich dies schleunigst ändern, nach der Pause hofft Werder nicht nur auf Verstärkung, sondern vor allem auf einen fitten und formstarken Maxi Eggestein.