​Der ​VfB Stuttgart kam am vergangenen Montag beim Gastspiel gegen den SV Darmstadt 98 nicht über ein 1:1-Remis hinaus. Mario Gomez war nach Anpfiff wieder einmal auf 180 und polterte über den Videobeweis, der ihm zum wiederholten Male einen vermeintlichen Treffer verwehrt hatte. Der DFB versuchte durch eine ​Einladung in die VAR-Zentrale die Wogen zu glätten, Gomez lehnte nun aber angeblich vorerst dankend ab.


Bei der Partie gegen die Hessen hatte Gomez bereits seinen​ fünften irregulären Treffer innerhalb von nur drei Partien erzielt und sorgte so für einen Rekord, auf den der Torjäger sehr gerne verzichtet hätte. Verständlicherweise war der 34-Jährige nach Abpfiff sichtlich gefrustet und übte eine Generalkritik am Videobeweis. Dass er dabei eine Art Verschwörung gegen seine Person witterte, war zwar den Emotionen geschuldet, schoss aber dann doch ein gutes Stück über das Ziel hinaus.


DFB nahm über Umwege Kontakt auf


Die medienwirksame Schiedsrichterschelte fand auch beim DFB rasch Gehör und schnell war seitens des Verbandes klar, dass man die Unterstellungen des wortgewaltigen VfB-Stürmers nicht unkommentiert lassen kann. Über die Deutsche Presseagentur ließ der DFB nur wenige Stunden nach dem Rundumschlag des Angreifers daher verlauten, dass der große Kritiker sich doch am besten selbst ein Bild von den Gegebenheiten im VAR-Keller machen solle. 


Ein großer Kritikpunkt des Angreifers war schließlich gewesen, dass er von der Durchführbarkeit der Überprüfung von knappen Abseitsentscheidungen nicht restlos überzeugt ist. Damit Gomez einmal hautnah miterleben kann, wie genau die berühmt berüchtigte kalibrierte Linie angewendet wird, lud der DFB den Angreifer daher kurzerhand in den Kölner Keller ein.

Mario Gomez

Gomez ziert sich (noch)


Laut Informationen des kicker, soll der DFB mit seinem Entgegenkommen bei Gomez aber bislang auf Granit stoßen. Dem Bericht zufolge, sei nicht nur der eng getaktete Terminplan des 34-Jährigen ein Grund für die Absage. Sauer aufgestoßen soll dem Routinier zudem sein, dass die Schiedsrichter in Persona von Jochen Drees, seines Zeichens Projektleiter des Videobeweises, nicht persönlich an ihn herangetreten waren, sondern den Umweg über die Presse gesucht hatten.


Der im Raum stehende Vorwurf, dass sich die DFB-Verantwortlichen lediglich aus Image-Gründen zu der Gomez-Einladung hatten durchringen können, steht auch objektiv betrachtet durchaus im Raum. Dennoch wären beide Seiten - auch die Kritiker des VAR! - gut beraten, einen Schritt aufeinander zuzugehen, auf dass die Kluft zwischen Referees und Profis kein noch bedenklicheres Ausmaß annimmt.