Als stetiges Auf und Ab lässt sich bislang der Saisonverlauf von Leon Bailey beschreiben. Der Flügelspieler von ​Bayer 04 Leverkusen sorgte zuletzt mit zwei Roten Karten binnen sechs Spieltagen für negatives Aufsehen. Der Jamaikaner entwickelt sich so langsam zu einem ernsten Problemfall.


Noch vor Kurzem wurde ​über die sportliche Rückkehr Baileys geschrieben. Der 22-Jährige sorgte mit zwei Toren gegen den FC Bayern München für den überraschenden 2:1-Auswärtssieg seiner Leverkusener am 13. Spieltag. Nach langer Verletzung und einer unnötigen Roten Karte drei Spiele zuvor gegen Mönchengladbach schien sich Bailey wieder gefangen und in den Dienst der Mannschaft gestellt zu haben. Für Bayer-Trainer Peter Bosz war Bailey eine willkommene Alternative für das flexible Flügelspiel Leverkusens.​ Man hoffte wieder auf den sportlich unverzichtbaren Bailey von vor zwei Jahren.


Bailey fällt wieder zurück ins alte Muster


Doch nach der bitteren wie auch ​unnötigen 0:2-Derbypleite gegen den 1. FC Köln hat Bailey abermals viel Kredit abgeben müssen. Grund: Eine erneut unnötige Rote Karte, die sich der Spieler gerade einmal 22 Minuten nach seiner Einwechslung aufgrund einer Tätlichkeit einhandelte. Zu diesem Zeitpunkt lag Bayer 04 bereits 0:1 zurück und spielte aufgrund der unglücklichen Gelb-Roten von Aleksandar Dragovic sowieso schon in Unterzahl.


​Dementsprechend groß war nach dem Spiel die Wut und Enttäuschung der Leverkusener über das teamschädliche Verhalten Baileys. Zwar berichtete der kicker, dass sich der Jamaikaner noch am selben Abend aus eigenem Antrieb heraus bei der Mannschaft entschuldigte, dennoch scheint der 22-Jährige für die kommende Zeit bei den Teamkollegen wie auch bei den Vereinsbossen unten durch zu sein. Ohnehin unterstrich Bailey zuletzt immer weniger seinen sportlichen Wert, abgesehen vom Spiel gegen den Rekordmeister.

Leon Bailey

Auch bei den Fans ist der sechsmalige Nationalspieler im Ansehen immer weiter nach unten gerutscht. In der sowieso schon schwierigen Saison der Werkself wird das Verhalten von Bailey scharf kritisiert. Motivierte Teamplayer und neue Shootingstars wie Moussa Diaby haben Bailey den Rang abgelaufen


Wechsel wohl so wahrscheinlich wie noch nie - Buhlt der FC Chelsea?


In Anbetracht der kommenden Transferphase scheint daher auch ein Verkauf Baileys nicht mehr ganz unmöglich. Zwar läuft sein Vertrag noch bis Sommer 2023, allerdings ist Bayer 04 sicher so bereit wie noch nie, sein einstiges Wunderkind abzugeben. Der britische Telegraph berichtet von einem abermaligen Interesse des ​FC Chelsea am Jamaikaner. Die Blues waren bereits in den vergangenen Jahren an Bailey interessiert gewesen, nun könnte es erstmals so richtig konkret werden.


Bei einem geeigneten Angebot wäre Bayer 04 sicher bereit, Bailey gehen zu lassen. Große Steine würde man dem Spieler nach der Aktion gegen den ​Effzeh wohl nicht in den Weg legen. Mit Karim Bellarabi, Moussa Diaby, Paulinho und Kevin Volland hat man noch genügend Flügelspieler in den eigenen Reihen, zumal auch Nadiem Amiri oder Kai Havertz die Außenbahnen besetzen können. Von den sicher üppigen Transfereinnahmen - transfermarkt.de schätzt den Marktwert von Bailey auf 40 Millionen Euro - könnte man sich zudem noch nach geeigneten Alternativen umschauen.

FC Bayern Muenchen v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

Einen Verkauf des Spielers würde man in Leverkusen wohl nur noch mit einem Achselzucken hinnehmen, vor allem wenn es die Führungsetage schaffen würde, einen ebenbürtigen Ersatz zu verpflichten. Falls Bailey bleiben sollte, müsste der Jamaikaner sehr viel leisten, um sich wieder in die Herzen der Fans zurückzuspielen. Als sicher erscheint allerdings die Vermutung, dass Baileys Karriere in Leverkusen definitiv zu Ende gehen würde, falls sich der Spieler einen weiteren egoistischen Blackout wie gegen Köln leistet.