​Die Würfel, oder besser: die Los-Kugeln, sind gefallen. Und die Deutschen wurden - wie schon im Vorjahr - nicht verschont. Wobei: Kleine Gegner gibt es im ​Achtelfinale der Champions League sowieso nur äußerst selten.


Im Vorjahr bescherte die Auslosung im schweizerischen Nyon dem verbliebenen deutschen Trio drei Klubs aus der ​Premier League. Am Ende waren ​Manchester City (gegen Schalke 04), ​Liverpool (gegen ​Bayern) und Tottenham Hotspur (gegen den BVB) allesamt zu stark für ihre deutschen Kontrahenten. Auch in dieser Saison dürfte es für die drei Bundesligisten schwer werden, das Viertelfinale zu erreichen.


Neuling Leipzig gegen Vorjahres-Finalisten


Dabei hat RB Leipzig in meinen Augen noch die größten Chancen, die Runde der letzten Acht zu erreichen. Zwar erwischten die Sachsen, die zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte in der K.o.-Phase der Champions League stehen, einen Premier League-Klub, und darüber hinaus auch noch einen, der im letzten Jahr für den ​​BVB zu stark war, doch chancenlos gehen die Ostdeutschen mit Sicherheit nicht in die Auseinandersetzung mit Tottenham Hotspur.

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Nagelsmann und Co. treffen auf 'The Special One' 



Schon der BVB hätte im letzten Jahr mehr erreichen können, als am Ende mit insgesamt 0:4 Toren gegen die Nordlondoner sang- und klanglos auszuscheiden. Als aktueller Tabellenführer der Bundesliga (wobei: das war Gladbach vor dem Spiel gegen Basaksehir auch!) und mit einem Timo Werner in Top-Form (16 Tore in 15 Bundesliga-Spielen) braucht man sich vor den Spurs und deren Trainer José Mourinho sicher nicht in die Hosen machen. Zumal die Spurs in dieser Spielzeit auch nicht auf dem Level performen, wie im Vorjahr. 


Bayern mit der Revanche für das "Finale dahoam"?


Auch dem FC Bayern ist bei seiner Aufgabe gegen den FC Chelsea mehr zuzutrauen, als im letzten Jahr gegen den späteren Sieger Liverpool. Und gleichzeitig bietet sich den Münchenern die Gelegenheit, die Dinge ein wenig gerade zu rücken. Immerhin waren es die Blues, die anno 2012 dem FC Bayern eine der empfindlichsten Niederlagen der jüngeren Vereinshistorie beibrachten. Das damalige Champions-League-Finale in der Münchener Allianz-Arena gewannen die Engländer überaus glücklich im Elfmeterschießen. 

Chelsea's Ivorian forward Didier Drogba

Bayern und Chelsea? Da war doch was...



Aktuell liegt das von Frank Lampard trainierte Chelsea auf einem optisch schön anzusehenden vierten Rang, hat aber mit sechs Niederlagen schon öfter verloren, als das sich im Dauerkrisen-Modus befindliche Arsenal. 


BVB vor Wiedersehen mit Ex-Trainer Tuchel


Schön ob des Wiedersehens mit ihrem Ex-Trainer, aber sportlich noch ein Stück schwieriger als für die Sachsen und die Bayern dürfte es für den BVB werden. Mit Paris St. Germain bekamen die Westfalen einen der ganz großen Kaliber zugelost. Zwar dominiert PSG die heimische Liga in diesem Jahr beileibe nicht so stark wie in den Vorjahren, aber Rückschlüsse von den Leistungen in der Ligue 1 auf die Königsklasse verbaten sich auch schon in der Vergangenheit. Nur mit umgekehrten Vorzeichen. 

Thomas Tuchel,Hans-Joachim Watzke

Interessant wird es beim Wiedersehen von Tuchel und dem BVB



Denn in den letzten Jahren schien es immer so zu sein, dass die PSG irgendwie betäubt von ihrer heimischen Unbesiegbarkeit war und in den entscheidenden Momenten in der Königsklasse den Hebel nicht umlegen konnte. In der Saison 2016/17 kriegten sie einen 4:0-Vorsprung aus dem Hinspiel gegen den FC Barcelona nicht ins Ziel, ein Jahr später ergaben sie sich offenbar schon im Vorfeld der Partie gegen Real Madrid und im letzten Jahr konnten sie abermals ein fantastisches Hinspiel-Ergebnis (2:0 bei Manchester United) nicht zum Weiterkommen nutzen. 


Sollten sie aus diesen Erfahrungen gelernt haben, ist PSG mit Sicherheit auch ein Kandidat für den ganz großen Wurf (heißt: finaler Triumph in der Königsklasse). Der BVB wird jedenfalls in beiden Spielen an seine Grenzen gehen müssen, um die Tuchel-Elf zu schlagen.