​Es ist eine weitverbreitete Spielerei, Rankings aufzustellen. Die besten Verteidiger, die gefährlichsten Angreifer, die spektakulärsten Torwart-Paraden. Kaum ein Bereich im Fußball bleibt da ausgeklammert. Und wenn die das Ranking erstellende Person dann auch noch selbst ein Weltklasse-Spieler war, umweht das Ganze sogar ein Hauch von Expertise.


​Miroslav Klose ist mit 71 Toren in 137 Länderspielen der erfolgreichste Stürmer der DFB-Geschichte. Kein deutscher Stürmer hat mehr Länderspiel-Tore als der Weltmeister von 2014. Selbst Gerd Müller kommt da nicht ran (62 Treffer in 68 Spielen). Logisch, dass Kloses Meinung zu den Mittelstürmern dieser Welt gefragt ist. 


Gegenüber dem Fachblatt kicker gab der frühere Lautern-, Werder-, Bayern- und Lazio-Stürmer nun seine ganz persönliche Auswahl der momentan besten Mittelstürmer zum Besten. "Für mich sind Robert Lewandowski und Harry Kane die derzeit besten Mittelstürmer", begann Klose seine Aufzählung. Vor allem der Engländer hat es ihm angetan: "Er weiß sich im Strafraum zu positionieren, setzt sich da durch. Seine Laufwege stimmen, er hat ein gutes Timing für die Läufe in die Tiefe."

Harry Kane

Als Dritten hievte Klose​ Luís Suárez auf das Podium: "Er macht spektakuläre Tore, ist ein Kämpfer, der viel arbeitet, oft in die Tiefe geht und seine Physis einsetzt." Lewandowski, Kane und Suárez also. Kann man so stehen lassen. 


Keine Auswahl kann Anspruch auf Vollständigkeit erheben


Doch die Leistungsdichte im Weltfußball ist breiter gefächert, als dass eine Auswahl von nur drei Spielern den Anspruch auf absolute Richtigkeit und Vollständigkeit erheben könnte. Würde man Mbappé, Icardi und Benzema auswählen, läge man mit Sicherheit auch nicht so falsch. Dass Lewandowski von Klose genannt wurde, ist wohl auch dem Umstand zuzuschreiben, dass beide für den selben Klub tätig sind. Über den Polen habe ich in diesem Forum schon des öfteren meine Meinung kundgetan. Natürlich ist er einer der stärksten Stürmer. In der ​Bundesliga sowieso, aber auch in ganz Fußball-Europa. 

Robert Lewandowski

Den Spielertypus jedoch, der in jedem Spiel, auch in den entscheidenden (wie Halbfinale oder Endspiel), den Unterschied ausmacht bzw. ausmachen kann, stellt er für mich allerdings nicht dar. Für den ihm von manchen Experten verliehenen Status des absoluten Weltklassestürmers fehlte mir in den vergangenen Jahren zu oft in zu vielen Spielen etwas, was die genannten Mbappé oder Benzema oder auch Suárez mitbringen. 


Dasselbe gilt für Harry Kane. Auch der kann in den letzten Jahren auf eine beeindruckend konstante Treffer-Quote verweisen. Allein: Bei den ganz großen Spielen der letzten zwei Jahre (WM-Halbfinale 2018, Champions-League-Halbfinale und Endspiel) war er kaum zu sehen. Die Tore erzielten andere (Trippier beim WM-Semifinale gegen Kroatien, Lucas Moura in der Königsklasse). 


Konform gehe ich mit der Nennung von Luís Suárez. Zu Beginn der Saison noch mit etwas Ladehemmung, scheint sich der Uruguayer rechtzeitig zum spanischen Clásico (Mittwoch, 20.00 Uhr) wieder in Top-Form gespielt zu haben.