Innenverteidiger-Not bei ​Schalke 04. Nachdem Weston McKennie schon für die drei zuvor verletzten Spieler einspringen musste, wird auch er über einige Wochen mit einer ausgekugelten Schulter fehlen. Könnte die Rückkehr von Fan-Liebling Naldo eine realistische und vorteilhafte Idee sein?


Benjamin Stambouli, Salif Sané, Matija Nastasic und nun auch noch Ersatzmann Weston McKennie. Sie alle haben eins gemeinsam: Während sie eigentlich (mit Ozan Kabak) um die zwei freien Plätze in der Innenverteidigung kämpfen oder sie zumindest besetzen könnten, sind sie mittlerweile alle verletzt. Ausgerechnet in der sowohl quantitativ, als auch qualitativ best besetzten Position der Schalker gibt es nun weitere Probleme.


S04 fehlen derzeit drei Innenverteidiger und ihr Ersatz - Naldo-Rückkehr wäre dennoch nicht nötig


Nach dem ​1:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt war Naldo zu Gast bei Sky90. Rund dreieinhalb Jahre lief er für den S04 auf, wurde in dieser Zeit zum Fan-Liebling, Freistoß-Spezialisten, Kopfball-Ungeheuer und zur sicheren Besetzung der Innenverteidigung. Vor knapp einem Jahr wechselte er dann überraschend zur AS Monaco - er wolle nochmal etwas anderes erleben, sagte er damals. Für die Monegassen kam er jedoch nur zu insgesamt neun Einsätzen, in dieser Saison stand er nach 18 Spieltagen lediglich zweimal im Kader, aber keine einzige Minute auf dem Feld. Kein Wunder also, dass eine etwaige Naldo-Rückkehr ein Thema wird.


René Adler meinte in der sky90-Runde, dieser erneute Wechsel würde für beide Seiten Sinn ergeben. Auch Naldo signalisierte die grundsätzliche Bereitschaft, zumindest über Dinge zu reden. Allerdings muss man aus S04-Sicht realistisch abwiegen, ob es wirklich für beide Seiten vorteilhaft wäre. Blickt man lediglich auf die nackten Zahlen und Fakten könnte Schalke aktuell einen weiteren Innenverteidiger gebrauchen. Dazu spielt Naldo in Monaco keine Rolle, und in Deutschland - auch speziell bei Königsblau - fühlte er sich immer wohl. Schätzt man die derzeitige Situation jedoch realistisch und ohne Fan-Brille ein, scheint diese Rückkehr nicht notwendig zu sein. 

Naldo,Weston McKennie

Wurde oft als "Papa" der Mannschaft bezeichnet: Naldo umwarmt McKennie


Bis zur Winterpause hat man noch zwei Spiele vor sich. Am Mittwoch muss man beim ​VfL Wolfsburg antreten, am Samstag darauf empfängt man den ​SC Freiburg im heimischen Stadion. Als McKennie-Ersatz rückte Bastian Oczipka in die Innenverteidigung, sodass Juan Miranda endlich die Möglichkeit bekam, Einsatzzeiten zu sammeln. Mit etwas Glück könnte Stambouli sogar noch zum Wochenende zurückkehren, wobei man abwarten und einschätzen muss, ob ein Einsatz ohne Risiko (nach seinem Fußbruch) möglich wäre. Da Oczipka im bisherigen Saisonverlauf keine Pause benötigt hat, und schon einmal eine englische Woche mit Einsätzen über die vollen 90 Minuten absolvierte, sollte es auch kein Problem sein, die letzten beiden Spiele eine vollumfängliche Alternative für die Innenverteidigung zu sein.


Stambouli und Nastasic spätestens im Winter wieder dabei - Geld lieber in die Außenverteidigung investieren


Heißt: Selbst wenn Stambouli nicht vorzeitig fit wird, könnte man die letzten beiden Spiele erneut so gestalten, wie man gegen ​Frankfurt umstellte. Miranda hat schnell einige Akzente setzen können und sich so für weitere Spielpraxis empfohlen. Ozan Kabak ist ohnehin fit und in sehr guter Form, dazu kommt noch ein ebenfalls total fitter und auf Top-Niveau spielender Omar Mascarell, der die letzte Reihe immer wieder unterstützt. Nastasic könnte ebenfalls schneller wieder einsatzbereit sein, als man erwartet. Salif Sané hingegen wird vermutlich erst im Februar wieder einsatzbereit sein. 


So sieht man schnell, dass man die zwei noch ausstehenden Spiele noch gut gestalten kann und Naldo in der Winterpause dementsprechend kein Thema sein muss. Stambouli und Nastasic werden zum Start der Rückrunde wieder fit sein, und von da aus sind es nur noch wenige Wochen, bis Sané wieder um den Startplatz konkurrieren wird. Holt man Naldo, auch wenn er nur ein Backup wäre, hätte man früher oder später fünf gelernte Innenverteidiger, die allesamt spielen wollen würden. Die aktuelle Verletzten-Misere auf dieser Position ist schlichtweg unglücklich, offenbart jedoch nicht die Notwendigkeit, im Winter Verstärkung zu holen. 

Auch wenn Naldo vor allem von den Fans mit offenen Armen empfangen werden und dem Mannschaftsgefüge sicherlich nicht weh tun würde, wäre die potenzielle Rückkehr-Aktion nicht wirklich notwendig. Die etwaige Ablöse (Vertrag bei Monaco bis 2020), auch wenn sie noch so niedrig wäre, zusammen mit dem Gehalt, kann man sparen und anders investieren: Entweder bei der Leihe eines Stürmers (sollte dies der Plan sein), oder um langfristig die Außenverteidiger-Positionen zu besetzten.