​Die vergangenen Monate waren für Nico Schulz nicht gerade einfach. Nach zuletzt schwachen Leistungen spielte er in der Mannschaft von Lucien Favre eine immer kleinere Rolle. Vor allem in der ​Liga war er außen vor. Nach seinem guten Spiel in ​Mainz will er nun seine persönliche Trendwende einleiten.


Bei ​Borussia Dortmund zählte Schulz zu Beginn der Saison zu den vielversprechendsten Einkäufen. Mehr als 25 Millionen Euro ließ sich der BVB seine Dienste kosten, auf der linken Defensivseite sollte er eine neue Ära einleiten. Doch Schulz hatte enorme Startschwierigkeiten, saß nach nur zwei Spielen auf der Bank und verletzte sich danach am Fuß. Dass die Teamkollegen ihm schnell den Rang abliefen, wurde früh deutlich.


Seit Oktober kommt der 26-Jährige nur zu vereinzelten Einsätzen. Die Konstanz, für die er in ​Hoffenheim bekannt wurde, fehlte Schulz komplett. Gravierende Fehler und Unkonzentriertheiten machten die linke Abwehrseite der Borussia anfällig, auch in der Champions League handelte er sich den Unmut der Fans ein. Als Transfer-Flop tituliert, erhielt Schulz immer weniger Chancen, sich zu beweisen.


Neuer Schwung durch Systemwechsel?


Ein vermeintlicher Grund für die schwachen Leistungen war die in den letzten Monaten angewendete Viererkette. Zuletzt stellte der Schweizer aber auf vorgezogene Außenverteidiger und drei Zentrumsspieler um. Für Schulz war der Systemwechsel nicht der Hauptgrund für seine Steigerung. Doch wie er den Ruhrnachrichten nach der Partie in Mainz berichtete, könnte die Umstellung für Schulz die benötigte Bewährungschance gewesen sein. Als offensiverer Außenspieler fühlte er sich gegen Mainz deutlich wohler.


"Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Jeder weiß, dass es in Mainz nicht so einfach ist. Ich war froh, dass ich wieder gespielt habe und meinen Teil dazu beitragen konnte, dass wir gewonnen haben. Meine Leistung hat generell nichts mit dem System zu tun. Ich habe vorher auch in diesem System schlechte Spiele gemacht. Ich weiß nicht, woran es gelegen hat. Ich weiß nur, dass ich in den ersten Monaten nicht den besten Fußball gespielt habe, den ich spielen kann", erklärte Schulz. 

Nico Schulz

Endet die Zeit von Schulz als Reservist vorerst?


In Mainz konnte sich Schulz dagegen endlich wieder einmal von seiner positiven Seite zeigen. Das ungefährdete 4:0 konnte durch eine gute Defensivarbeit und Schulz' stetigen Drang in der Offensive gesichert werden. Dazu gelang ihm kurz vor dem Abpfiff noch ein eigenes Tor, es war der erste Treffer im Schwarz-Gelben Dress. Für Schulz war dieser Erfolg eine kleine Befreiung, nun will er die zuletzt schweren Zeiten hinter sich lassen.


"Jetzt muss ich dran bleiben. Ich bin selbstkritisch genug und will es jetzt einfach besser machen - und als Mannschaft wollen wir weiter nach oben.“ Womöglich wird der Neuzugang bald so richtig in Dortmund ankommen. Sollte er nun endlich zu seiner Bestform finden, dürfte dies alle Beteiligten erfreuen. Denn der BVB hat in dieser Saison noch einiges vor, Schulz will seinen größtmöglichen Teil dazu beitragen.