​Roberto Soldado (34) erlebt gerade seinen zweiten oder schon dritten Frühling im beschaulichen ​Granada. Der andalusische Klub spielt auch dank des früheren Real-Profis eine bislang sehr beachtliche Saison. In einem Interview mit The Guardian enthüllte Soldado nun Aspekte seiner Zeit bei​ Real Madrid. Und gab dabei in ungewohnt offener Art seine Fehler zu.


Zwischen 2005 und 2008 spielte der in Valencia geborene Stürmer für die Königlichen. Es war die Zeit der Götterdämmerung der Galaktischen um Zidane, Figo, Beckham, Raúl und Ronaldo. Doch Soldado war ganz offensichtlich noch nicht reif genug für dieses Niveau.


"Ich wiege heute sieben Kilo weniger als zu meiner Zeit in Madrid. Wenn ich heute Fotos von damals ansehe, schäme ich mich für mich selbst. Ich war ein Mama-Söhnchen. Es gab da Spieler wie Zidane, Figo oder Raúl, die allesamt Vorzeige-Profis waren. Aber ich orientierte mich an anderen. Ich folgte Dingen, denen ich nicht hätte folgen dürfen", gab Soldado gegenüber der englischen Zeitung (via marca.com) zu.


Soldado trauert verpasster Gelegenheit bei Real hinterher


"Ein Jeder muss für die Dinge, die er tut, gerade stehen. Muss wissen, was zu tun ist, und was nicht. Ich ging abends oft auf die Piste und dachte, dass ich größer als Beckham sei. Ich war einfach mental nicht vorbereitet. Mein Kopf war nicht bereit. Mit dem heutigen Wissen würde ich gerne noch mal für Madrid mit hundertprozentiger Einstellung spielen. Ich schaue zurück und denke: 'Was warst du bloß für ein Mama-Söhnchen?' Mich hätte irgendjemand packen müssen, mir eine Ohrfeige oder so geben müssen und mir sagen müssen: 'Was machst du da?'"

Real Madrid?s Roberto Soldado celebrates

Aber diesen Jemand gab es damals nicht bei Real Madrid. "Ich pflegte mich nicht, aß viel zu viel. Ich schau auf die Fotos von damals und denke: 'Wie konnte ich glauben, in dieser Form mit den Galaktischen mithalten zu können?' Wenn ich mehr auf mich geachtet hätte, wenn ich damals schon etwas reifer gewesen wäre, hätte ich vielleicht mehr Chancen bekommen. Das verfolgt mich bis heute." 


Mittlerweile hat Soldado seinen Frieden mit sich und seiner Vergangenheit gemacht. Und genießt die Gegenwart in Granada.