Freundschaft geht manchmal seltsame Wege. Auch im Fußball gibt es Freundschaften. Zwischen Spielern, Kollegen - und zwischen Fan-Lagern. Berühmt sind die Allianzen zwischen Bochumern und Münchenern, zwischen Schalkern und Clubberern oder zwischen dem Anhang des ​HSV und dem der Hannoveraner. 


Und auch im Unterhaus pflegen die HSV-Anhänger seit kurzem eine intensive Fan-Freundschaft mit den Fans des kommenden Gegners ​SV SandhausenUnterschiedlicher könnten die beiden "Freunde" nicht sein. 


Dort der HSV, etwas mit Patina angesetzt, aber immer noch ein historisch wichtiger Klub in Deutschland, mehrfacher Deutscher Meister und Pokalsieger, Europapokalsieger, Absteller für Dutzende von Nationalspielern, Heimat großer europäischer Fußballstars und ansässig in der zweitgrößten Stadt des größten Landes in Kerneuropa. Und hier, der SV Sandhausen - sozusagen das totale Kontrastprogramm. Zuhause in einem 15.000-Einwohnerstädtchen in der Kurpfalz, seit 2012 in der Zweiten Liga unterwegs, und selten mit schrillen Schlagzeilen in den Medien erscheinend. 


Touristen verirren sich hierher kaum. Trotz der Nähe zum nur acht Kilometer entfernten Touristenzentrum Heidelberg. 


HSV-Fans in Sandhausen wie Freunde behandelt


Und genau hier, in dieser baden-württembergischen Postkarten-Idylle, erfuhren die mitgereisten HSV-Fans im Sommer 2018 eine dermaßen freundliche Behandlung durch die Einheimischen, wie sie ihnen sonst und anderswo nur selten zuteil wird. Die Sandhäuser zeigten sich gastfreundlich, sympathisch und offen. Die Polizei ordnete gelassen die Menschenströme, und es wurden sogar Gratis-Getränkegutscheine verteilt, ob der sengenden Hitze an jenem August-Mittag. 


Hamburger revanchierten sich im Rückspiel


Diese Behandlung beeindruckte die Hamburger so nachhaltig, dass sie sich beim Besuch der Sandhäuser im Rückspiel dafür entschieden, die mitgereisten Fans des SVS auf eine Hafenrundfahrt einzuladen. 


Und auch für das am Sonntag anstehende Spiel im BTW-Stadion haben sich die Gastgeber schon wieder was ausgedacht: Am Vortag sind die HSV-Fans eingeladen, gemeinsam mit den Sandhäusern den Heidelberger Weihnachtsmarkt zu besuchen. Danach ist sogar noch eine gemeinsame Flussfahrt über den Neckar geplant. 


Nur kurzweilig wird diese besondere Freundschaft am Sonntag ruhen müssen. Von 13.30 Uhr an, wenn Schiri Deniz Aytekin anpfeift, bis zum Schlusspfiff unterstützt jedes Lager seinen jeweiligen Verein. Danach geht sie dann weiter, diese ungewöhnlichste Fan-Freundschaft in der Zweiten Liga.