​Der ​VfB Stuttgart sieht sich seit einem Bericht aus Frankreich mit Betrugsvorwürfen in Richtung ihres Spielers ​Silas Wamangituka konfrontiert. Angeblich könnte es sich bei dem 20-jährigen in Wahrheit um den ein Jahr älteren Silas Mvumpa Katompa handeln, der seit geraumer Zeit verschollen sein soll.


Nach Angaben der L'Equipe soll sich der Präsident des kongolesischen Klubs Football Club MK bereits im Herbst bei Wamangitukas Ex-Klub Paris FC gemeldet haben. Dabei beruft sich die französische Zeitung auf eine ihnen vorliegende E-Mail aus der hervorgehen soll, dass Max Mokey Nza-Ngi dabei den Vorschlag einer "gütlichen Einigung über den betrügerischen Transfer unseres Spielers Mvumpa Katompa Silas zum FC Paris unter dem Namen Silas Wamangituka" adressiert hatte. Dem Vernehmen nach soll der Klub-Boss dabei zehn Prozent der zukünftigen Transfererlöse des Stürmers eingefordert haben.


Keine Spur von Katompa


Dem Bericht zufolge soll Nza-Ngi dabei felsenfest davon überzeugt gewesen sein, dass es sich bei Wamangituka in Wahrheit um seinen bis 2015 als Trainer betreuten Spieler Mvumpa Katompa handelt. Laut Recherchen der L'Equipe soll die Ähnlichkeit beider Spielern tatsächlich frappierend sein. 


Darüber hinaus teilen sich beide Spieler den gleichen Geburtstag, mit lediglich einem Jahr Altersunterschied. Stutzig wurden die Journalisten zudem dadurch, dass der ehemalige Jugend-Nationalspieler des Kongo nun bereits seit knapp zwei Jahren spurlos verschwunden ist.​ Auch der VfB reagierte mittlerweile auf die vermeintliche Enthüllungen. "Wir haben diese Schlagzeile spät gestern Abend zur Kenntnis genommen und sind nun dabei, uns ein umfassendes Bild zu verschaffen", so ein Sprecher der Stuttgarter auf BILD-Nachfrage.


Hat sich Silas nach Frankreich getrickst?


Nun stellt sich die große Frage, inwiefern Wamangituka von dem angeblichen Identitätstausch überhaupt profitiert hätte. Laut der L'Equipe könnte ein Grund für den Trickversuch gewesen sein, dass er sich durch diesen Kniff von eigentlich noch gültigen Verträgen in seiner Heimat lossagen konnte und so den Wechsel zu seinem ersten Klub in Frankreich Olymique Ales ermöglicht wurde.

Silas Wamangituka

Dem Bericht zufolge soll Silas Anfang 2018 im Rahmen seiner Unterschrift bei Olympique zwar einen gültigen Pass unter dem Namen Wamangituka gehabt haben, sein Visum soll er im Sommer Juni 2017 aber noch unter seiner alten Identität in Auftrag gegeben haben. 


Darüber hinaus will die L'Equipe in Erfahrung gebracht haben, dass sich in Frankreich schon seit geraumer Zeit Gerüchte um die wahre Identität des VfB-Stürmers ranken. Dass die Stuttgarter in diesem Sommer ​den Zuschlag erhalten hatten, soll demnach auch daran liegen, dass Klubs aus Frankreich lieber Abstand von der Verpflichtung genommen hatten. Spätestens der ​Fall Bakery Jatta zeigte zuletzt aber eindrucksvoll, dass man keine voreilige Schlüsse ziehen sollte und der VfB gut beraten ist, den Fall mit der gebotenen Sorgsamkeit zu untersuchen.