​Im internationalen Fußballgeschäft wird er vermutlich zu den ersten offiziellen Winterneuzugängen zählen. Takumi Minamino steht kurz vor einem Wechsel zum ​FC Liverpool, nach diversen Medienberichten fehlt nur noch der obligatorische Medizintest. Am japanischen Angreifer waren allerdings noch weitere Teams interessiert, die vorerst leer ausgehen. Vor allem ​Borussia Mönchengladbach könnte sich aber dennoch Hoffnungen machen.


Vor der Saison gehörte Takumi Minamino wie so viele Profis bei RB Salzburg zu den eher unbekannten Hoffnungsträgern. Doch spätestens seit seiner furiosen Hinrunde ist sein Name in ganz Europa geläufig, vor allem durch die Auftritte in der ​Champions League war er schnell im Visier der Top-Klubs. Am Ende war es Gruppengegner Liverpool, die die Initiative zuerst ergriffen und sich die Dienste des 24-Jährigen gesichert zu haben scheint.

Wie Journalist James Pearce berichtet, steht der Transfer kurz vor dem Abschluss. Für umgerechnet knapp neun Millionen Euro wird der Japaner im Januar voraussichtlich den Verein wechseln, nur ein positiver Medizintest steht noch aus. Damit haben sich die Reds einen vielversprechenden Spieler für die Zukunft gesichert. Doch die Verpflichtung wirft auch einige Fragen auf.


Absage für Gladbach - Wechsel trotzdem möglich?


Denn beim englischen Tabellenführer wird es der Japaner mit den besten Spielern der Welt zu tun haben. Vor allem auf den Angriffspositionen sind die Liverpooler bekanntlich hochklassig besetzt, Minaminos Konkurrent wäre ausgerechnet Mohamed Salah. Welcher Zweck hatte der Transfer der Reds also wirklich? Wenn es allein darum ging, die Konkurrenz auszustechen, wäre das Angebot als erfolgreich einzustufen. 

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Der Sturm des englischen Top-Klubs ist bekanntlich bestens besetzt


Mit ​Manchester United ​war ein weiterer Klub aus der ​Premier League interessiert, auch in der ​Bundesliga sollen sich Vereine Hoffnungen gemacht haben. Schenkt man den Berichten glauben, war es Borussia Mönchengladbach, die sich ebenfalls nach dem Japaner erkundigt hatten. Mit dem Sprung auf die Insel ist Minamino erst einmal kein Thema mehr, zumindest, wenn die Fohlen nicht weiter hartnäckig bleiben.


Die Chancen darauf, dass die Anhänger der Borussia schon bald mit dem Angreifer jubeln können, sind tatsächlich nicht gerade schlecht. Weiterhin ist eine Leihe natürlich möglich, die nächsten eineinhalb Jahre könnte der 24-Jährige in der Bundesliga auflaufen. Zwar gab es von den Gladbachern noch kein bestätigtes Interesse daran, doch auf den zweiten Blick spricht so einiges für ein solches Gedankenspiel.


Gladbach passt nahezu perfekt


Der Grund, wieso Gladbach den Japaner selbst verpflichten wollte war klar. Durch eine enorme offensive Präsenz sowie einer starken Bilanz von bereits 20 Torbeteiligungen in 22 Spielen ist Minamino eine echte Allzweckwaffe. In der Offensive der Borussia würde er mit seinem Tempo und der Dribbelstärke eine perfekte Ergänzung werden, andere Akteure entlasten oder gar selbst zum Stammspieler avancieren.


Die Spielweise in Deutschland kommt deutlich eher an die in Österreich heran. Taktisch sind beide Ligen von hoher Präzision geprägt, genau das hat der feine Edeltechniker bei den Salzburgern schon bestens verinnerlicht. Apropos Salzburg - den jetzigen Gladbacher Trainer Marco Rose kennt Minamino natürlich aus gemeinsamen Zeiten, mehr als vier Jahre waren beide zusammen im Verein aktiv, in den vergangenen zwei Spielzeiten war der Profi ein goldener Stern unter Rose. Vor allem die Vielseitigkeit überzeugte seinen Übungsleiter früh.

FC Admira Wacker v RB Salzburg - tipico Bundesliga

Zuletzt trainierte Marco Rose noch RB Salzburg - und Minamino (re.)


Dementsprechend gut kennen sich beide, der Chefcoach der Fohlen kann bestens einschätzen, wie sehr er das Team bereichern würde. In diesem könnte er viele weitere schicksalsteilende Profis treffen. Akteure wie Denis Zakaria oder Marcus Thuram wagten selbst einmal den Sprung von einem kleineren Klub zu Gladbach, Stefan Lainer kennt er dazu ebenfalls bestens. Der FC Liverpool wäre dagegen der größtmögliche Schritt, den ein Profi wohl gehen könnte. In England würde der Japaner eher sehr wenig Land sehen.


Deswegen liegt es jetzt an Gladbach, womöglich für einen echten Coup zu sorgen. Bei der Borussia würde sich Minamino deutlich besser entwickeln können. Dazu erhält er mehr Spielpraxis und kennt den Trainer ganz genau. Allein das Scheitern in der Europa League könnte Gladbach zum Verhängnis werden. Ansonsten wäre der Japaner im Rennen um die Meisterschaft eine wohltuende Unterstützung, der bis zum Sommer 2021 für Wirbel sorgen könnte. Die Leihe ist also ein Gedankenspiel, was für die Fohlen mehr als nur überdenkenswert ist.