Die ​Harit-Verlängerung war ein großer Erfolg für ​Schalke 04, doch die Vereinsverantwortlichen werden sich darauf nicht ausruhen können. Für S04-Sportvorstand Jochen Schneider und Kaderplaner Michael Reschke stehen noch weitere Aufgaben an, die möglichst schnell erledigt werden sollten.


Auf Schalke werden weiterhin die Weichen für eine bestmögliche Entwicklung der nächsten Jahre gestellt. Nachdem Jochen Schneider bereits mit Weston McKennie und Amine Harit langfristig (jeweils bis 2024) verlängern konnte, stehen jedoch noch weitere Aufgaben auf der Tagesordnung. 


Alexander Nübel noch in der Schwebe - nächster großer Name auf Schneiders Liste?

Alexander Nuebel

Mit Alexander Nübel hat man derzeit eines der größten Torwart-Talente im Kader. Auch wenn der 23-Jährige zuletzt immer mal wieder kleinere Wackler zeigte und manche S04-Anhänger wegen des langen Wartens auf eine Entscheidung genervt sind, wäre es ein weiteres, sehr wichtiges Signal, wenn man auch ihn länger an den Verein binden könnte. Mit Amine Harit hat man es bereits geschafft - und das trotz großer Interessenten aus Europa. 


​Sollte es auch mit Nübel funktionieren, wäre es der nächste Lohn für die Arbeit und Entwicklung in Gelsenkirchen. Auch wenn er wenige Jahre danach durch eine Ausstiegsklausel den Verein verlassen könnte, wäre es sicherlich für beide Seiten nicht schlecht, zunächst weiter zusammen arbeiten zu können. Schneider hat ihm dafür ein sattes Angebot zur Vertragsverlängerung unterbreitet, wodurch er zum Spitzenverdiener (wohl mehr als 5 Millionen Euro) aufsteigen könnte. 


Was wird aus Daniel Caligiuri und Bastian Oczipka?

Bastian Oczipka,Daniel Caligiuri

Neben Alexander Nübel gibt es auf Schalke noch einige weitere Spieler, deren Verträge im kommenden Sommer auslaufen. Zwei davon sind Daniel Caligiuri und Bastian Oczipka. Allerdings wird es allem Anschein nach bei den beiden nicht unbedingt auf ein gutes Angebot zur Verlängerung hinauslaufen. Beide Akteure sind bei den Fans nicht mehr unumstritten und spätestens im nächsten Sommer müsste man - Verlängerung hin oder her - ohnehin weitere Verstärkung für die ursprünglichen Positionen der beiden (Linksverteidiger und rechte Seite) holen. 


Schneider muss mit David Wagner und auch mit Michael Reschke einen Plan zusammenstellen, ob man sich eine fortlaufende Arbeit mit den beiden vorstellen kann - und falls ja, zu welchen Konditionen. Dass sich Caligiuri und Oczipka mit einem Backup-Platz zufriedengeben würden, erscheint eher unwahrscheinlich. Den Umständen entsprechend erscheint die Planung mit den beiden noch komplett offen zu sein. 


Benjamin Stambouli muss ein Schalker bleiben

Benjamin Stambouli

Auch der Vertrag von Benjamin Stambouli läuft zum nächsten Sommer aus. Nach seinen starken Leistungen über die letzten Jahre wird er sicherlich das eine oder andere gute Angebot von Vereinen aus dem Ausland erhalten. Doch der 29-Jährige ist, durch diese Leistungen und seinen Charakter, enorm wichtig für Königsblau. Auf dem Platz fungiert er als Führungsfigur und Rückhalt in der Defensive. Dazu ist er der absolute Fanliebling, der sich schnell zurechtgefunden und im Ruhrpott integriert hat. Nach Aussagen mancher Teamkollegen singt er unter der Dusche gerne königsblaue Fansongs.


Umso wichtiger, dass Schneider und Reschke weiterhin mit dem Franzosen planen. Der Vize-Kapitän ist nicht nur sportlich, sondern auch menschlich eine Bereicherung für das Team. Eine Vertragsverlängerung wird sicher das Ziel sein. Allerdings lässt es einige S04-Anhänger mit einem mulmigen Gefühl zurück, dass man sich bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zusammengesetzt und über eine gemeinsame Zukunft entschieden hat. 


Berichte, dass Gespräche bereits laufen, gab es ebenfalls noch nicht. Dass Schneider sich dazu nicht äußert, ist klar, "denn es hilft dem jeweiligen Prozess nicht, das öffentlich zu kommentieren", so der Sportvorstand (via Transfermarkt). 


Verstärkung im Winter: Problemstelle Sturm?

Mark Uth,Benito Raman,Bastian Oczipka,Ahmed Kutucu

Guido Burgstaller befindet sich im absoluten Formtief, Mark Uth ist erneut für längere Zeit verletzt und auch noch immer nicht wirklich angekommen. Der einzige Stürmer, der derzeit durch starke Leistungen auf sich aufmerksam machen kann, ist Neuzugang Benito Raman. Während Rabbi Matondo und Ahmed Kutucu unter Wagner wohl noch immer Zeit brauchen, könnte es im Winter auf Verstärkung für die Offensive hinauslaufen. 


Schneider und Reschke müssen abwägen, ob ein weiterer Stürmer helfen kann und wenn ja, was für ein Typ und unter welchen Voraussetzungen: Leihe oder feste Verpflichtung? Oder reicht ein nun erstarkter Raman nicht doch, und hofft zudem auf das berühmte Platzen des Knoten bei Burgstaller und Uth? Vielleicht stößt nun auch Kutucu nach vorne, sodass man ihm nicht den Weg mit einem weiteren Konkurrenten verbauen will. 


Keine einfache Situation, diese Fragen abzuwägen und so zu bewerten, dass man auf der einen Seite eine sportliche Verbesserung hat, aber auf der anderen Seite keinem weiteren Spieler die Perspektiven zustellt. Wenn man auf dieser Position tätig wird, würde eine Leihe wohl das wahrscheinlichere Szenario sein.


Beim FC Everton wegen Kenny nachforschen - mehr als Nein sagen können sie nicht

FBL-GER-BUNDESLIGA-SCHALKE-KENNY

Jonjoe Kenny ist so schnell auf Schalke eingeschlagen wie kaum ein neuer Spieler zuvor. Der vom FC Everton für eine Saison ausgeliehene Rechtsverteidiger hat sich sehr schnell in die Stammelf gespielt, wo er regelmäßig mit souveränen Leistungen auf sich aufmerksam machen kann. Nicht nur in der Defensive ist er schnell ​ein wichtiger Bestandteil des Teams geworden, auch durch seine offensiven Vorstöße (die Wagner explizit fordert) kann er sich immer wieder ins Spiel einbringen. 


Das Problem: Man hat keine Kaufoption. Kennys gute und beherzte Leistungen sind für Schalke aktuell natürlich ein großer Vorteil. Sie erschweren es Königsblau aber gleichzeitig auch, dass sich Everton - entgegen aller Erwartungen - doch von ihm lösen würde. Zunächst müsste der 22-Jährige natürlich selbst bleiben wollen: Auch wenn er bekennender Everton-Fan ist, scheint er sich auf Schalke und in der Bundesliga wohlzufühlen. 


Ob es für einen langfristigen Verbleib reichen würde, ist aber fraglich. Selbst wenn sich die Toffees auf Verhandlungen einlassen sollten, was ohnehin schon sehr unwahrscheinlich ist, müsste man für Kenny viel Geld auf den Tisch legen. Grund genug, schonmal beim aktuell strauchelnden Premier-League-Klub anzuklopfen, um etwaige Tendenzen aufzunehmen. Vielleicht bietet sich ja doch eine überraschende Gelegenheit?