​Cristiano ​Ronaldo - oder CR7. Oder einfach: Der Beste! (Für einige zumindest). Ich selbst sehe ​Lionel Messi noch vor dem Portugiesen, aber zweifellos gehört der auf der Blumeninsel Madeira geborene Cristiano Ronaldo zu den besten Spielern der Fußball-Historie. Aber auch ein Superstar wird nun mal nicht jünger. Und schon meint man den Hauch der Vergänglichkeit zu spüren, wenn man dem mittlerweile 34-Jährigen bei seiner Arbeit zuschaut. 


Die immer noch sehr erfolgreich (=torreich) ist. Zahlen lügen nicht. In seiner Premieren-Saison für Juventus Turin konnte Cristiano Ronald im vergangenen Jahr in 31 Spielen in der Serie A 21 Tore verbuchen (zuzüglich acht Assists). Das ist in einer für Stürmer weitaus schwierigeren Liga als der spanischen eine beachtliche Quote. 


Im Vergleich: In seiner letzten Spielzeit für ​Real Madrid (Saison 2017/18) konnte der Superstar noch 26 Tore in 27 Spielen vorweisen. Doch wie gesagt: Die italienische Liga ist eine andere als die spanische, in weiten Teilen sehr viel defensiver orientiert. Stürmer haben es auf dem Stiefel schon immer schwerer gehabt als anderswo.


Ronaldos Torschnitt in der Champions League sinkt


Fairer ist in diesem Zusammenhang ein Vergleich innerhalb der Königsklasse: Da konnte Ronaldo in besagter Spielzeit 2017/18 noch 15-mal (!) in 13 Spielen für Real Madrid netzen (1,2 Tore pro Spiel). In seiner ersten Saison bei Juventus, in der er sechs Tore in neun Spielen erzielen konnte, fiel diese Ratio schon auf etwas mehr als die Hälfte (0,67), um sich in der laufenden Spielzeit nochmals zu halbieren. Zwei Tore in sechs Spielen bedeuten einen (aktuellen) Schnitt von nur noch 0,33 Toren pro Spiel - wobei er ja noch mindestens zwei Spiele vor sich hat.

FBL-ITA-SERIEA-JUVENTUS-SASSUOLO

An diesen Zahlen lässt sich schon der langsame, aber stetige Verfall des Spielers darstellen. Verfall mag ein etwas zu hartes Wort sein - aber ein beschönigender Begriff für diesen Umstand würde an den Tatsachen an sich auch nichts ändern... Außerdem muss man natürlich immer die Ausgangsbasis im Auge haben: ​Ronaldo hat in den letzten Jahren, zusammen mit seinem liebsten "Feind" Messi, Maßstäbe in puncto Tore und Torbeteiligungen gesetztDas heißt, das Niveau, von dem aus Ronaldo jetzt anfängt, runterzugehen, war dermaßen hoch, dass selbst ein fünfzigprozentiger Anteil vom Ausgangswert immer noch eine mehr als annehmbare Größe darstellt. 


Dasselbe wird in ähnlicher Form auch seinem ewigen argentinischen Widerpart passieren. Wobei der Barça-Crack momentan offenbar eher damit beschäftigt ist, seine alten Rekordmarken nochmals zu übertreffen. Aber das ist ein anderes Thema...


Für deutsche Mannschaften reicht es immer noch


Cristiano Ronaldo wird älter - wie wir alle. Aufgrund seiner überragenden Physis, gestählt durch nimmermüdes Training, jahrelange akribische Körperpflege, disziplinierten Lebenswandel und einen bewussten und konsequent durchgezogenen Ernährungsplan, wird er jedoch auch noch in drei oder vier Jahren seine Tore machen. Doch den absoluten Zenit seiner Laufbahn hat er mittlerweile nicht nur erreicht, sondern schon überschritten. 


Was nichts daran ändert, dass CR7 auch noch bis in absehbare Zeit einer der großen Schrecken der gegnerischen Abwehrreihen sein wird. ​Leverkusen hat es gestern - wieder einmal - zu spüren bekommen.