Der Name Lautaro Martinez lässt aufhorchen. Der argentinische Stürmer gehört in dieser Saison zu den absoluten Topspielern von Inter Mailand, der ​FC Ba​rcelona und Manchester City sollen längst ein Auge auf den 22-Jährigen geworfen haben. Nach Sky Italia berichtet auch die spanische ​AS über eine Ausstiegsklausel im Sommer - diese soll allerdings nur für einen kurzen Zeitraum gelten.


Ausstiegsklauseln sind heutzutage ein häufig verwendetes Mittel von Fußballvereinen, um die Profis von einer Vertragsverlängerung zu überzeugen. Dadurch wird den Spielern, die dann zu einem späteren Zeitpunkt für eine vorab festgelegte Ablösesumme zu einem anderen Verein wechseln können, eine Hintertür geöffnet. In manchen Fällen macht eine Ausstiegsklausel einen Spieler sündhaft teuer, wie beispielsweise in Spanien. Dort sind derartige Klauseln wegen des Arbeitsrechts gesetzlich verpflichtend, weshalb der FC Barcelona kürzlich die festgeschriebene Ablösesumme für den 17-jährigen Ansu Fati auf 170 Millionen Euro hochschraubte.


Ausstiegsklauseln häufig mit einer Deadline versehen


Aufgrund einer Leistungsexplosion erweist sich ein Transfer für potentielle Abnehmer aber auch als Schnäppchen: So verabschiedete sich Julian Brandt im Sommer aus Leverkusen und ging für gerade einmal 25 Millionen Euro zu ​Borussia Dortmund


Nichtsdestotrotz gilt im knallharten Fußball-Geschäft: Lieber überhaupt eine Ablösesumme kassieren als gar keine - wie im Fall, dass der Vertrag ausläuft und der Spieler diesen nicht verlängert. Der FC Schalke 04 verlor in den vergangenen Jahren zahlreiche Spieler aufgrund ausgelaufener Verträge. Borussia Dortmund entschied sich nach der Schocknachricht im April 2013, dass Mario Götze für die damals festgeschriebene Summe über 37 Millionen Euro zum FC Bayern München wechseln werde, wiederum dafür, gänzlich auf Ausstiegsklauseln zu verzichten und transferiert wechselwillige Leistungsträger im Härtefall ein Jahr vor Vertragsende.


Der Kniff bei solchen Klauseln ist, dass sie in der Regel nur über einen bestimmten Zeitraum aktiviert werden können. Nicht selten ist eine bestimmte Deadline während einer Transferperiode verankert. Niklas Stark hätte im Sommer für 25 Millionen Euro aus seinem bis 2022 gültigen Vertrag bei Hertha BSC herausgekauft werden können - ​allerdings nur bis zum 30. Juni. Die Klausel verstrich, ein Transfer kam infolgedessen nicht zustande. 


Barça und City buhlen um Lautaro Martinez


Laut Sky Italia und AS soll auch Lautaro Martinez eine solche Klausel besitzen. Der Argentinier, der 2018 für etwa 23 Millionen Euro vom argentinischen Erstligisten Racing Club zu Inter Mailand wechselte, ist unter Antonio Conte einer der Schlüsselspieler der Nerazzurri. Neben Romelu Lukaku arbeitet Martinez in der Doppelspitze des 3-5-2 akribisch im Pressing, ist aufgrund seines hohen Tempos eine Gefahr für die gegnerischen Abwehrreihen und verfügt über einen starken Abschluss. 13 Tore hat er in der laufenden Saison bereits erzielt, hinzu kommen vier Vorlagen. Am Mittwochabend setzte er bei der 1:2-Niederlage gegen Barcelona in der ​Champions League gleich zweimal zum Jubel an, die Tore wurden jedoch aufgrund einer Abseitsstellung nicht gegeben. 

Lautaro Martinez

Hätte gerne gejubelt: Bei seinen beiden Toren gegen Barcelona stand Lautaro Martinez im Abseits


Barcelona soll Martinez seit September beobachten. Sportdirektor Eric Abidal äußerte sich in der Vergangenheit positiv über den 22-Jährigen; und passenderweise suchen die Katalanen nach einem neuen Stürmer, um Luis Suarez im Herbst seiner Karriere neue Konkurrenz zu bieten. ​Auch Manchester City soll sich mit Martinez beschäftigen, obwohl der Klub mit Sergio Agüero und Gabriel Jesus bereits sehr gut aufgestellt ist.


Klausel angeblich nur zwei Wochen gültig


Die Höhe der Ausstiegsklausel soll bei 111 Millionen Euro liegen, einem neusten Bericht der AS zufolge ist der Zeitraum, in dem diese aktiviert werden kann, aber stark begrenzt. Demnach gelte die Klausel nur für die ersten beiden Wochen im Juli. Danach fiele das Preisschild des bis 2023 an Inter gebundenen Martinez weg, die Gebote müssten entsprechend steigen - gleichzeitig könnte ihn der Klub für unverkäuflich erklären.


Mögliche Interessenten, die im Laufe der Saison vermutlich nicht weniger werden, werden sich rechtzeitig anstellen und früh Nägel mit Köpfen machen müssen. Barça soll auf den Messi-Faktor hoffen. Wie es heißt, träume Martinez davon, gemeinsam mit La Pulga auf dem Platz zu stehen. Diese Gelegenheit wird sich - wenn überhaupt - wohl erst zur nächsten Saison bieten.