Sidney Sam hat bei einigen ​Bundesliga-Vereinen gespielt, doch so richtig konstant und regelmäßig überzeugen konnte er schlussendlich nicht. Nach rund zwölf Jahren im deutschen Fußball-Ober- und Unterhaus spielt er seit Anfang Oktober in Österreich. In den Jahren zuvor ist viel passiert.


Sidney Sam war stets ein Name im deutschen Fußball. Bundesliga-Spieler und sogar Nationalspieler war er, was oberflächlich für eine große und erfolgreiche Karriere spricht. Dennoch muss man realistisch anerkennen, dass es im Endeffekt eine nicht ganz so prächtige Laufbahn war, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. 


Vom Hamburger SV über Leverkusen in die Nationalelf


"Gestartet" war Sam im Sommer 2007, als er beim ​Hamburger SV von der U23 zur Profimannschaft aufrückte. Zuvor spielte der gebürtige Kieler schon bei ​Holstein Kiel in der Jugend. In Hamburg wollte die Karriere allerdings nicht wirklich Fahrt aufnehmen. Im ersten Jahr, also im Alter von 19 Jahren, kam er in der Liga zunächst auf lediglich 51 Einsatzminuten und stand vor allem in der Regionalliga (Nord) auf dem Platz. Ein augenscheinlich wichtiger Schritt war die zweijährige Leihe zum 1. FC Kaiserslautern (bis Sommer 2010), wo er auf 61 Einsätze sowie 15 Tore und 14 Assists kam. 


Während seines Gastspiels in Kaiserslautern wurden die ersten Bundesligisten auf Sam aufmerksam. Den Zuschlag im Sommer 2010 erhielt letztendlich ​Bayer 04 Leverkusen. Die Station, bei welcher der Offensivspieler am längsten bleiben und sich am meisten entwickeln sollte. 124 Einsätze, in denen er stolze 36 Tore erzielte und 26 weitere vorbereitete, machten auch Bundestrainer Joachim Löw neugierig. Am 29. Mai 2013 gab der ehemalige U-Nationalspieler schließlich sein Debüt für die deutsche A-Nationalelf. Bei einem großen Turnier durfte er jedoch nie spielen - es blieb bei drei Freundschaftsspielen und zwei sehr kurzen Auftritten in der WM-Qualifikation, die schlussendlich zum Gewinn der Weltmeisterschaft führen sollte.

Sidney Sam

Beim VfL Bochum rehabilitierte sich Sidney Sam wieder


2014 nutzte ​Schalke 04 dann eine Ausstiegsklausel in Höhe von 2,5 Millionen Euro, um Sam (damaliger Marktwert: zehn Millionen Euro) zu verpflichten. So böse es auch klingt, doch mit diesem Wechsel ging die Karriere des Angreifers, die in den vorigen Jahren steil bergauf lief, schnell bergab. Viele Hoffnungen lagen auf dem damals 26-Jährigen, der das offensive Konzept von Schalke 04 beleben sollte. Nach 22 Spielen, in denen er nur auf einen Assist kam, begannen die Unruhen, nach denen er oftmals zur U23 der Königsblauen geschickt wurde (Zwölf Einsätze). Von dort aus verlieh man ihn nach zweieinhalb Jahren zunächst zu ​Darmstadt 98, und nach weiteren sechs Monaten ließ man ihn ablösefrei zum ​VfL Bochum ziehen.

Drei Monate vereinslos

Bei Bochum spielte Sam zwar wieder eine größere Rolle, doch sonderlich erfolgreich war man weiterhin nicht - weder Sam persönlich, noch der Verein selbst. Im vergangenen Sommer lief der Vertrag aus, und nach drei Monaten ohne Verein wechselte Sam schließlich nach Österreich, wo er beim SC Rheindorf Altach ein Arbeitspapier bis Sommer 2020 unterschrieb. Nach einigen Wochen im Probetraining beim RSC Anderlecht hatte er in Belgien keinen Vertrag erhalten. Wirbel machte während dieser Zeit seine Aussage, er könnte in der ersten Liga "allen Teams sofort weiterhelfen", mit Ausnahme von ​Bayern München und​ Borussia Dortmund


Als "eine neue Herausforderung" bezeichnete er im Oktober seinen Wechsel (via Transfermarkt), nach dem er "schnellstmöglich erfolgreich Fußball" spielen wolle. Nach 17 Spieltagen steht Altach allerdings auf dem achten von zwölf Plätzen, womit man - nach derzeitigem Stand - in die sogenannte Relegationsrunde müsste. Seit seinem Wechsel stand der 31-Jährige an jedem Spieltag im Kader, durfte viermal starten und war bei insgesamt sechs Ligaeinsätzen an fünf Treffern (zwei Tore, drei Assists) direkt beteiligt. Auch wenn der Wechsel sicherlich nicht die große mediale Bekanntheit nach sich zog, dürfte es für Sam der richtige Schritt gewesen sein.