​​Der BVB muss bis Jahresende auf Axel Witsel verzichten. Ohne den Belgier tut sich ein Loch im Dortmunder Mittelfeld auf, das Lucien Favre notgedrungen stopfen muss. Mit Blick auf die Optionen muss der Schweizer variabel denken.


Axel Witsel ist der Ruhepol beim ​BVB. Mit ordnender Hand leitet er das Spiel der Borussia an, strahlt zudem (vor allem auch defensiv) Präsenz aus. Sein Ausfall bis zum Jahresende wiegt schwer; zumal Thomas Delaney ebenfalls zwangspausiert und die dezidierten Alternativen ihrer jeweiligen Form hinterherlaufen. Namentlich sind das Julian Weigl und Mo Dahoud; der eine als defensivere, der andere als offensivere Option.


Der ersten Frage, der Lucien Favre nun gehen muss, ist eine systematische. Mit der jüngst instruierten Dreierkette spielte Axel Witsel als einzige Absicherung im defensiven Mittelfeld und gleichzeitig als Aufbauspieler vor der gegnerischen Hälfte. Vom Profil her kann Julian Weigl diese Rolle bedienen. Sein aktuelles Formloch wirft allerdings die Frage auf, ob Weigl ausreichend Selbstvertrauen hat, um diese elementare Position zu spielen. Eine Alternative bietet sich Favre, sofern er nicht einen Innenverteidiger (von denen sich keiner anbietet) vorziehen möchte, nicht.


Weigl wird gesetzt sein - Chancen für Dahoud und Raschl


Sprich: Will Favre das Risiko mit Weigl nicht eingehen - das wäre hinsichtlich der restlichen Aufgaben mit unter anderem Leipzig und Hoffenheim denkbar -, müsste der Schweizer wieder von der Dreierkette abrücken und wieder auf die klassische Vierer-Abwehr mit drei zentralen Mittelfeldspielern zurückgreifen. So oder so dürfte Julian Weigl als defensiver Part bis zum Jahresende gesetzt sein. Auf diese Absicherung wird Lucien Favre systemunabhängig nicht verzichten.

Julian Weigl

Der Ausfall von Axel Witsel stellt also Julian Weigl ins Rampenlicht und bietet Reservisten Chancen. Mahmoud Dahoud wird auf seine Spielzeit kommen und die vielleicht letzte Bewährungschance im Dortmunder Trikot erhalten. Auch Nachwuchstalent Tobias Raschl, der eine gute Sommer-Vorbereitung bei den Profis absolvierte und die Kapitänsbinde in der U19 trägt, könnte sein Profidebüt in schwarz und gelb feiern.


Lucien Favre bleiben damit zwar Optionen, wirklich wohl dürfte den BVB-Fans mit dem verbliebenen Personal aber nicht sein. Weigl und Dahoud bringen zwar die Qualität, nicht aber die Form mit. Der Ausfall von Axel Witsel bringt also Schwierigkeiten, Risiken und Chancen mit sich. Dem BVB steht ein heißer Dezember ins Haus.