​Der ​​VfB Stuttgart kann bei seiner Nachwuchsarbeit auf eine ruhmreiche Geschichte zurückblicken. Die Zeiten, in denen zahlreiche junge Wilde aus dem eigenen Stall den Durchbruch zu den Profis packten, sind jedoch längst passé. Der aktuelle Jahrgang der Stuttgarter A-Junioren nährt nun aber wieder die Hoffnungen auf eine Rückbesinnung zur alten Stärke.


Unter der schützenden Hand von U19-Coach Nico Willig, dessen Vertrag erst unlängst langfristig ​bis zum Sommer 2024 verlängert wurde, konnten die A-Jugend des VfB in der Hinrunde der Bundesliga Süd/Südwest die starke Konkurrenz in Schach halten und sich durch einen verdienten 3:1-Auswärtssieg bei der TSG 1899 Hoffenheim am vergangenen Samstag auf den ersten Tabellenplatz hieven. Verdienter Lohn für den starken Auftritt bei den ​Kraichgauern: die Herbstmeisterschaft.


Zahlreiche aussichtsreiche Talente beim VfB Stuttgart


In 14 Ligaspielen mussten die Stuttgarter bislang nur eine einzige Niederlage hinnehmen. Ein großer Pluspunkt der Willig-Elf ist dabei die mannschaftliche Geschlossenheit. Insbesondere im Spiel gegen den Ball agieren die Schwaben wie aus einem Guss und stellen mit 14 Gegentoren nach den Junioren des 1. FSV Mainz 05 die zweitbeste Defensive der Liga. Wichtiger Organisator der VfB-Youngster ist Kapitän Per Lockl, der trotz seines jugendlichen Alters auf der Sechs schon eine große Ruhe ausstrahlt.

Per Lockl

U19-Kapitän Per Lockl hat das Zentrum im Griff



Hervorzuheben ist neben dem Spielführer mit Sicherheit auch Mittelstürmer Benedict Hollerbach Der 18-Jährige war im vergangenen Sommer vom ​FC Bayern München an den Neckar gewechselt und ist mit sieben Toren bis dato der treffsicherste Angreifer der Schwaben. 


Das größte Talent im Kader der U19 ist aber zweifelsohne Lilian Egloff. Der offensive Mittelfeldspieler durfte schon häufig bei den Profis mittrainieren und konnte unter anderem beim Derby gegen den KSC bereits etwas Profiluft schnuppern. Der 17-Jährige wurde beim 3:0-Sieg gegen den Erzrivalen zwar nicht eingewechselt, schon allein die ​Berufung in den Spieltagskader kann jedoch als großer Erfolg verbucht werden.


VfB professionalisiert den Nachwuchsbereich


Die U19 ist zwar dieser Tage, auch aufgrund des Abstiegs der zweiten Mannschaft in die Oberliga, die klare Gallionsfigur der VfB-Jugend, die positiven Entwicklungen in der Basis der Stuttgarter sind jedoch weitaus tiefgründiger. 

Thomas Hitzlsperger

Thomas Hitzlsperger - mittlerweile in Stuttgart bis zum Posten des Vorstandsbosses empor geklettert - hatte sich zu Beginn seiner Funktionärstätigkeit bei den Schwaben dem Nachwuchsleistungszentrum angenommen. Im Sommer diesen Jahres legte der VfB die Jugend in die Hände einer neu formierten Doppelspitze aus Thomas Krücken und Rainer Mutschler. 


Beide Experten werkeln seitdem eifrig daran, die Stuttgarter noch weiter zu professionalisieren. Ein wichtiger Katalysator soll ein neu installiertes Vier-Säulen-Modell sein. Um die Stars von morgen optimal zu fördern, soll dabei vermehrt auf die Erziehung und Bildung Wert gelegt werden. Aber auch Aspekte wie Wettkampf, moderne Trainingsmethoden und ein effektives Scoutingsystem sollen den Zweitligisten auf Sicht wieder zu einem renommierten Bundesligisten machen.