​​Borussia Dortmund legte am Samstag beim ​5:0-Kantersieg gegen Fortuna Düsseldorf die bis dato beste Saisonleistung hin. Ein Garant für die Toregala war der in den Vorwochen immer wieder harsch kritisierte Jadon Sancho. Obwohl das Verhältnis zu Coach Lucien Favre phasenweise als angespannt galt und Gerüchte um eine baldige Trennung aufkamen, spricht mittlerweile herzlich wenig für einen Transfer in diesem Winter.


Durch eine überragende Vorsaison im BVB-Dress hatte sich Sancho auch international einen Namen gemacht. Das enorme Niveau der vergangenen Spielzeit konnte der englische Nationalspieler aber in der aktuellen Spielzeit noch nicht dauerhaft reproduzieren. Immer wieder aufkommende Disziplinlosigkeiten, die auch im vergangenen Jahr keine Seltenheit gewesen waren, rückten den Edeltechniker zuletzt in ein ungutes Licht und konnten nicht mehr so effektiv überlagert werden wie noch zuvor.


Keine unüberwindbaren Differenzen zwischen Sancho und dem BVB


Vor allem englische Medien hatten zuletzt über ein zerrüttetes Verhältnis zwischen Sancho und ​BVB-Trainer Lucien Favre berichtet. Klar ist dabei, dass die häufigen Verspätungen, die sich der Youngster leistete, bei dem Schweizer nicht gut ankommen. Nach einer abermaligen Verspätung beließ es Favre zuletzt nicht nur bei Bußgeldern, sondern setzte den Shootingstar ausgerechnet bei der Partie gegen den FC Barcelona auf die Bank - Wochen zuvor war Sancho bereits aus dem Kader gegen Gladbach gestrichen worden.

Jadon Sancho,Michael Zorc

Aus diesen disziplinarischen Handlungen einen unüberwindlichen Graben zwischen Sancho und seinem Chef abzuleiten, wird der Komplexität der Gemengelage aber nicht gerecht. Sportdirektor Michael Zorc will daher Gerüchte, wonach Sancho bei den Borussen zum großen Sündenbock gemacht wird, so nicht stehen lassen und bezeichnete das Verhältnis zwischen Spieler und Verein laut dem kicker als "völlig in Ordnung".


Nichtsdestotrotz müsse der BVB alles daran setzen, all seinen Spielern und somit auch Sancho einen Verhaltenskodex mit auf den Weg zu geben: "Jadon ist noch im Prozess des Erwachsenwerdens und des perfekten Profiverhaltens. Dafür benötigt er Richtlinien und Hilfe. Die werden wir ihm geben." Um die "Mannschaftshygiene zu wahren", seien daher auch gelegentliche Strafen unabdingbar.

Von den disziplinarischen Eskapaden abschrecken lassen sich auch die zahlreichen Interessenten von Sancho keineswegs. Konkrete Angebote liegen bis dato trotz vermeintlicher Exklusiv-Angebote von so manchem internationalen Schwergewicht laut kicker aber noch nicht vor. Das sollte allerdings nur eine Frage der Zeit sein.


Winter-Wechsel bei Sancho ist kein Thema


Abschließend legte Zorc viel Wert darauf zu betonen, dass ein Verkauf des 19-jährigen Rechtsaußen bereits in diesem Winter überhaupt kein Thema und "​in keinster Weise geplant" sei. Inwiefern eine Trennung im Sommer 2020 in den kommenden Monaten noch zu einem realistischen Szenario werden könnte, ließ der Kaderplaner indes offen.


Das Spielerprofil von Jadon Sancho:

​Position​Rechtsaußen
​Alter​19
​Marktwert​100 Mio. Euro
​Vertragslaufzeit​30.06.2022
​BVB-Spiele​75
​BVB-Scorerpunkte​55

(Marktwert laut transfermarkt.de)


Auch Sancho selbst beschäftigt sich nach Informationslage des kicker aktuell keine Sekunde mit einer ​baldigen Flucht aus dem Ruhrgebiet. Vielmehr hofft Sancho auch weiterhin auf Titelgewinne mit dem BVB - als Stammspieler bei den Schwarz-Gelben will er sich für das EM-Aufgebot der englischen Nationalmannschaft empfehlen. Zeitdruck besteht bei dem erst 19-jährigen Ausnahmetalent ohnehin nicht.