Da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich: Drei Spieltage vor Beendigung der Hinrunde liegt der FC Bayern München auf dem siebten Tabellenrang. Sieben - die Zahl ist momentan für die Münchener die große Referenz. Denn sieben Punkte Rückstand sind es nach der gestrigen 1:2-Niederlage beim Tabellenführer ​Borussia Mönchengladbach. Gibt es somit einen Siebenkampf um die Meisterschale?


Absolute Bayern-Dominanz scheint durchbrochen

Das nun auch gerade nicht, aber nach gefühlten Jahrzehnten der absoluten Bayern-Dominanz, in denen der Titel nicht selten schon im März vorreserviert und im April eingetütet wurde, lässt die aktuelle Tabellenkonstellation darauf hoffen, dass es diesmal zumindest keinen Alleingang der Münchener geben wird. Und auch keinen reinen Zweikampf zwischen ihnen und ihrem ärgsten Widersacher der letzten Jahre, dem ​BVB.​

Thomas Mueller,David Alaba

Nach der Niederlage in Mönchengladbach: Ratlose Gesichter bei Thomas Müller & Co.


Diese Liga sieht nach Mehrkampf aus. Zwar ist nicht jedem der aktuell ersten Sieben des Tableaus der ganz große Wurf zuzutrauen (ich denke da vor allem an den ​SC Freiburg, an ​Schalke 04 und - aus Tradition! - an ​Bayer Leverkusen), aber mit Borussia Mönchengladbach, ​RB Leipzig, dem BVB und eben Bayern München ist die Auswahl potentieller Meister 2020 so groß wie seit Jahrzehnten nicht mehr. 


Vier heiße Titelanwärter

Und wer weiß - vielleicht schwingen sich ja sogar die Bayer-Kicker nach ihrem Sieg gegen die Bayern (dem sie gestern einen weiteren Dreier gegen die Knappen folgen ließen) noch dazu auf, in das Rennen um die Schale einzugreifen. Wir Fußball-Fans jedenfalls dürfen uns jetzt schon auf eine der spannendsten Rückserien der vergangen Jahre freuen.