Wie der Express in Erfahrung gebracht haben will, will sich ​Borussia Mönchengladbach in der Sturmspitze verstärken. Dabei soll der Klub Silvére Ganvoula ins Visier genommen haben. Wer ist die Sturm-Kante des ​VfL Bochum?


Die Zeiten, in denen technisch feine, körperlich aber eher harmlose Angreifer von den Kaderplanern der Fohlen bevorzugt wurden, sind seit der Ankunft von Marco Rose vorbei. Der neue Trainer verlangt wuchtiges Spielermaterial, das vor allem körperlich auf dem Platz präsent ist. Die Offensive wurde im Sommer entsprechend umstrukturiert, neben Alassane Plea, der im Sommer 2018 verpflichtet wurde, kamen Breel Embolo und Marcus Thuram hinzu.


Zusammen hat das Trio 15 Bundesligatore erzielt. Plea, Embolo und Thuram verstehen sich blind auf dem Platz, überzeugen neben ihrer Physis mit ihrer Dynamik, Spritzigkeit und Präzision im Abschluss. Da Gladbach meist mit einer Doppelspitze aufläuft, droht allerdings ein Engpass, sollte mindestens einer der Angreifer ausfallen - wie Plea im Oktober. Mit taktischen Umstellungen findet Rose im breiten Kader stets eine Antwort, die Verpflichtung eines vierten Angreifers wäre eine weitere Möglichkeit. 


Durchbruch in der 2. Bundesliga

Der Kader soll laut Express in den kommenden Transferperioden optimiert werden, im Zuge dessen soll Gladbach Silvére Ganvoula beobachten. Der 1,91 Meter große und mit einem Körpergewicht von 90 Kilo wuchtige Angreifer geht seit der vergangenen Saison für den VfL Bochum auf Torejagd und erlebt in seinem zweiten Jahr seinen Durchbruch in der 2. Bundesliga. In 14 Einsätzen war er an 14 Toren beteiligt, neun davon erzielte er selbst. Erst dreimal blieb Ganvoula ohne Torbeteiligung, im November wurde er nach zwei Jahren erstmals wieder für die Nationalmannschaft des Kongo berufen.

Silvere Ganvoula,Kingsley Coman

Kräftemessen mit Kingsley Coman: Ist Silvére Ganvoula bald in der Bundesliga zu sehen?


Der Rechtsfuß ist aufgrund seiner Körpergröße auch per Kopf gefährlich, besitzt zudem einen flotten Antritt. Für 400.000 Euro nahmen die Bochumer den 23-Jährigen bis 2023 unter Vertrag, nachdem er beim RSC Anderlecht nur bedingt in Erscheinung trat. Die Konkurrenz um Simon Zoller und Manuel Wintzheimer lässt er hinter sich, beim VfL ist er der wichtigste Mann für Tore.  


Allerdings weist Ganvoula auch einige Defizite auf. Mit 23 Jahren ist er noch nicht am Ende seiner Entwicklung angelangt, neben der Beteiligung an der Defensiv-Arbeit wird er auch im technischen Bereich Fortschritte machen müssen. Entsprechend würde er sich in Gladbach vornehmlich hinter dem gesetzten Sturm-Trio weiterentwickeln. Durch seine körperlichen Eigenschaften wäre er ein solider Joker, der noch einmal frischen Wind in ein Spiel bringen kann. 


Wandervogel Ganvoula


Für einen Wechsel wäre er jedenfalls offen. "Der Fußball ist sehr schnelllebig. Man weiß nicht, was in der Zukunft passiert", sagte Ganvoula gegenüber BILD. Das passt zu seiner Vita, Bochum ist bereits der achte Klub in seiner Laufbahn. 2014 wechselte er aus seiner kongolesischen Heimat nach Marokko, über den damaligen türkischen Zweitligisten Elazigspor landete er bei KVC Westerlo. In Belgien angekommen, war er wenig später für RSC Anderlecht und KV Mechelen aktiv, ehe er von Anderlecht nach Bochum transferiert wurde. Dort hat seine Karriere einen großen Schub erhalten, weshalb der neunte Vereinswechsel nicht ausgeschlossen wird. Im Winter dürfte er allerdings keine Freigabe vom VfL erhalten.