​Aaron Hunt war nach der ersten Heim-Niederlage der Saison gegen den FC Heidenheim (0:1) einer der ersten​ HSV-Spieler, die den Reportern Rede und Antwort standen. Dabei beschönigte der Routinier den uninspirierten Auftritt seiner Mannschaft keinesfalls - blickte aber gleichzeitig mit Zuversicht auf die noch anstehenden Aufgaben im auslaufenden Kalenderjahr. 


"Heidenheim hat es gut verteidigt, uns ist aber auch nicht so viel eingefallen", analysierte Hunt gegenüber der Mopo die gestrigen neunzig Minuten. "Es haben die klaren Ideen gefehlt. Wir haben uns zu wenige Torchancen herausgespielt. Zwar haben wir es probiert, aber uns fehlt zurzeit einfach ein Stück die Leichtigkeit. Das war teilweise einfach zu langsam. Gerade im Spiel nach vorne müssen wir es schneller lösen." Wie das bewerkstelligt werden könnte, wusste Hunt auch schon: "Wir müssen schnell wieder mehr Power und Wucht entwickeln."


"Wissen, dass wir eine gute Mannschaft sind"


Woher die kommen soll? Hunts nachfolgenden Worten zufolge - aus der Mannschaft selbst.

"Ich habe keine Angst. Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft sind. Das werden wir nächste Woche wieder zeigen. Da mache ich mir keine Sorgen. Wir wollen noch sechs Punkte bis zur Pause." Die wären angesichts der mittlerweile schon vier Punkte Rückstand auf Tabellenführer und Herbstmeister Arminia Bielefeld auch verdammt wichtig. 


Auch Hecking verfällt nicht "in tiefe Depression"


In ähnlichem, die Fans beruhigenden Duktus, versuchte auch Dieter Hecking die Niederlage und vor allem ihre Ursachen, zu erklären: "Es gibt nicht die 1-A-Erklärung, warum es am Anfang der Saison gut läuft. Andere Mannschaften haben genau den umgekehrten Saisonverlauf, da geht am Anfang gar nichts und sie steigern sich dann im Verlauf der Saison. Wir haben immer gesagt, dass die Saison ein Marathon wird. Ich habe nicht ‚Hurra!‘ geschrien, als es super lief, und ich verfalle jetzt auch nicht in tiefe Depression, weil wir zwei Mal verloren haben. Ich sehe das bei uns so, dass es Wellen sind, die für diese Mannschaft normal sind. Sie ist aus jungen und guten Zweitligaspielern zusammengestellt, die Entwicklungsschritte gehen müssen."

Und notfalls eine Verstärkung von außen bekommen müssen, um wieder in die verloren gegangene Spur zu finden. 


Boldt wartet auf Möglichkeiten auf dem Winter-Markt


Zum Thema Wintertransfers gab sich Sportvorstand Jonas Boldt allerdings erwartungsgemäß bedeckt. "Ich kann noch nicht sagen, ob wir was machen oder nicht. Wir fokussieren uns auf die beiden schweren Auswärtsspiele bis Weihnachten, bis dahin ist sowieso keine Möglichkeit. Ob sich dann etwas ergibt, wird man sehen", sagte er gegenüber der Mopo, und verwies darauf, dass Winter-Transfers nicht automatisch alles zum besseren wenden: "Der Januar-Markt ist ein schwieriger Markt, weil die guten Spieler meistens nicht hergegeben werden. Vielleicht ergibt sich ja eine Möglichkeit bei einer Mannschaft, wo ein Spieler nicht ganz so zum Zuge kommt und die Möglichkeit sieht, vielleicht in Hamburg helfen zu können. Wenn das der Fall ist, werden wir uns natürlich damit auseinandersetzen. Ansonsten arbeiten wir so weiter, wie wir das seit einem halben Jahr tun." 


Nur hoffentlich in den kommenden Wochen und Monaten etwas erfolgreicher als zuletzt.