​Donny van de Beek wird sich neusten Medienberichten zufolge Real Madrid anschließen. Damit verpasst der ​FC Bayern München eine gute Gelegenheit, die Position im offensiven Mittelfeld langfristig zu besetzen. Das hängt wiederum mit den bisherigen Planspielen zusammen.


Hinter Frenkie de Jong und Matthijs de Ligt hat sich Donny van de Beek in der vergangenen Saison in den Fokus diverser Top-Klubs gespielt. Der 22-Jährige ist auf seiner favorisierten Position im offensiven Mittelfeld über 90 Minuten umtriebig, stets in das Kombinationsspiel von Ajax Amsterdam eingebunden, aktiv im (Gegen-)Pressing und an zahlreichen Offensivaktionen beteiligt. Allein in der abgelaufenen Saison sammelte der 22-Jährige 30 Scorerpunkte in 57 Pflichtspielen, aktuell stehen sieben Tore und sechs Assists in 21 Partien zu Buche.


Schon in der abgelaufenen Transferperiode soll sich ​Real Madrid um van de Beek bemüht haben, ab Juli 2020 soll er endgültig ein Königlicher werden. Laut De Telegraaf sei der Transfer in trockenen Tüchern, die Ablösesumme liege bei 55 Millionen Euro. Zwischenzeitlich wurde van de Beek auch mit Borussia Dortmund und Bayern München in Verbindung gebracht, wirklich hartnäckig hielten sich diese Spekulationen aber nicht. Dabei hatte Sky-Experte Dietmar Hamann den Niederländer ​schon im Mai als potentiellen Neuzugang für die Münchner empfohlen: "Auch er könnte einer für die Bayern sein. Riesiges Laufpensum, stark mit und ohne Ball. Ein klasse Kicker", so der 46-Jährige. 


Fragezeichen im offensiven Mittelfeld


Nach der Trennung von Niko Kovac will der Rekordmeister wieder offensiver spielen und spätestens ab der kommenden Saison eine klare und offensiv ausgerichtete Spielweise etablieren. Unter Hans-Dieter Flick erinnert die Mannschaft an vergangene Jahre, in denen die Bundesliga dominiert wurde und das Halbfinale in der Champions League beinahe zu erwarten war. Das flüssige Kombinationsspiel, ein perfekt abgestimmtes Pressing und sofortige Eroberungen des Balls sollen auch in Zukunft an der Tagesordnung stehen; dafür wäre van de Beek perfekt geeignet. 


Denn auf der Zehner-Position werden in einigen Monaten wieder Fragezeichen auftauchen. Unter Flick ist Müller gesetzt, doch abhängig davon, ob der Übergangstrainer auch über den Winter oder gar die Saison hinaus weiter mit der Mannschaft arbeiten darf, entscheidet sich die Zukunft des Weltmeisters. Unter Kovac hatte Müller einen ebenso schweren Stand wie einst unter Carlo Ancelotti, dabei ist er ein wichtiger Faktor im Spiel gegen den Ball und bereitete in 20 Einsätzen zehn Tore vor. 


All-In bei Havertz - mit Erfolg?


Auch ist offen, wie es mit Philippe Coutinho weitergeht. Die Leihgabe des FC Barcelona konnte nur selten glänzen, erhielt von Flick erst 191 Einsatzminuten und wurde dabei überwiegend auf dem Flügel eingesetzt. Die Kaufoption beträgt 120 Millionen Euro, neben Leroy Sané bemühen sich die Münchner aber auch um Kai Havertz. Darin liegt vermutlich auch das Nicht-Interesse an van de Beek begründet. 

Philippe Coutinho

Ob Philippe Coutinho langfristig für den FCB auflaufen wird, wird sich erst in einigen Monaten herausstellen.


In Bestform hat sich Havertz in dieser Saison kaum präsentiert, dennoch ist das Interesse am 20-jährigen Nationalspieler nicht abgerissen. Mit ​Exequiel Palacios soll ​Bay​er Leverkusen bereits einen Ersatz verpflichtet haben. Wohin Havertz wechseln wird, ist wiederum offen. Mit Coutinho besitzen die Bayern für den Fall, dass ein Transfer scheitern sollte, wiederum ein Ass im Ärmel.

Bayer Leverkusen v Atletico Madrid: Group D - UEFA Champions League

Das Objekt der Begierde: Kai Havertz.


Besonders aus wirtschaftlicher Sicht wäre es eine verpasste Chance, sollte van de Beek tatsächlich nach Madrid wechseln. Die kolportierte Ablösesumme liegt im Vergleich mit einem dreistelligen Millionenbetrag, der für Havertz angeblich gefordert wird und für Coutinho fällig wäre, in einem moderaten Bereich. Zudem besitzt van de Beek viele Qualitäten, die der Klub bei der Schärfung des Spielerprofils im Hinblick auf die gewünschte Philosophie fordert. Doch wie bei der aktuellen Trainersuche haben die Verantwortlichen offenbar klare Vorstellungen davon, welcher Spieler besser oder schlechter in das Gefüge passt, wie auch ​die Zurückhaltung im Transferpoker um Erling Haaland beweist.