Vor einigen Monaten erzählten wir in diesem Forum die herrliche Schnurre von Schalke-Keeper Norbert Nigbur und dessen verspäteter Rückkehr auf den Rasen des Bochumer Ruhrstadions nach der Halbzeitpause. Ganz Ähnliches, nur sozusagen andersrum, ist jetzt im Emirates-Stadion des​ FC Arsenal geschehen.


Damals, in der Bundesliga-Saison 1974/75, bemerkte am Ende niemand das fast fünfminütige Fehlen des Gästetorwarts. Ata Lameck konnte die Blödheit seiner Mannschaft gar nicht glauben. Ein Tor für den VfL Bochum hätte gezählt!


Gestern in London jedoch war es kein Torwart, der auf einmal verschwunden war, sondern ein Stürmer.


Der Druck kam diesmal von der Blase


​Pierre-Emerick Aubameyang hatte kurz vor Ende der Partie gegen Brighton & Hove Albion wohl zu viel Druck. Nicht von den Gegnern, obwohl die zu diesem Zeitpunkt bereits 2:1 führten, sondern in der Blase. Wer das Gefühl kennt, weiß: Schnellste Linderung ist von Nöten. Und sei es in der Schlussphase eines Premier-League-Spiels. 

Den Beasley wollte "Auba" dann auch nicht machen, und so klinkte sich der Gabuner einfach für ein paar Minuten aus dem Geschehen - und erleichterte sich in den sanitären Anlagen des Stadions. Kurios: Wie damals in Bochum, bemerkten auch in London nicht alle die Abwesenheit des Spielers. Dessen Trainer Freddie Ljungberg war sogar richtiggehend überrascht, als er von Journalisten auf das Fehlen seines Stürmers angesprochen wurde.


Ljungberg bemerkte das Fehlen nicht einmal


Ob es sich beim unerlaubten Freigang um eine Pinkelpause seines Stürmer-Stars gehandelt habe? "Es kann sein, ja. Ich weiß es auch nicht", sagte Ljungberg. "Um ehrlich zu sein: Ich habe gar nicht bemerkt, dass er das Spielfeld verlassen hatte. Ich sah nur, dass er plötzlich wieder zurück auf den Platz lief."


Dass er es überhaupt nicht bemerkt habe, spricht allerdings weder für die Leistung der Offensive der Gunners im Allgemeinen - noch für die des Pierre-Emerick Aubameyang im Speziellen. Denn zum Zeitpunkt seiner fluchtartigen Verschwindens hätte man eigentlich mit einer leidenschaftlich anstürmenden Arsenal-Mannschaft rechnen können. Dann wäre ein Fehlen des Afrikaners wohl auch bemerkt worden.