​Der ​FC Arsenal hinkt der eigenen Erwartungshaltung weiterhin meilenweit hinterher und konnte auch im zweiten Spiel unter ​Interimscoach Freddie Ljungberg keinen Sieg einfahren. Bei der 1:2-Heimpleite gegen Abstiegskandidat Brighton & Hove Albion wirkten die Gunners wieder einmal komplett planlos - stattdessen arbeiten sie weiter eifrig an der Einstellung eines klubeigenen Negativrekords.


Eigentlich hatten sich die Entscheidungsträger des Londoner Hauptstadtklubs von der ​Trennung von Unai Emery eine deutliche Leistungssteigerung erhofft. Für den heftig kritisierten Iberer hatte schließlich mit Ljungberg eine echte Vereinsikone übernommen, der eigentlich in der Lage sein sollte, zumindest wieder für gute Stimmung zu sorgen. Wie tiefgreifend die Probleme der Gunners wirklich sind, hatte sich aber schon bei dessen Debüt bei einem 2:2-Remis gegen Norwich City angedeutet und wurde nun erneut bestätigt.


Historisch schlechte Gunners


Nach sieben sieglosen Ligaspielen in Folge belegt Arsenal in der ​Premier League nunmehr den zehnten Tabellenplatz. Wettbewerbsübergreifend warten die Gunners sogar bereits seit neun Spielen auf den nächsten Sieg. Nur die ältesten Hasen rund um das Emirates Stadium können sich an eine ähnliche schwache Bilanz erinnern. Wenn man es genau nimmt, waren die Londoner in ihrer langen Vereinsgeschichte zuletzt im Jahre 1977 noch schlechter. 


Eine Einstellung des Minusrekords von zehn sieglosen Spielen in Folge ist der aktuellen Mannschaft absolut zuzutrauen, schließlich war die Niederlage gegen Brighton nicht etwa unglücklich, sondern die logische Folge eines wieder einmal uninspirierten Auftritts der Gunners. Da half auch die Torvorlage von ​Mesut Özil herzlich wenig.


Arsenal mit zahlreichen Problemen


Die Aufgaben, die Mannschaft und Trainer derzeit zu bewältigen haben, sind mannigfaltig. So gilt es vor allem die löchrige Defensive in den Griff zu bekommen. Insbesondere zu Hause strahlen die Gunners schon längst keine Dominanz mehr aus. Augenscheinlich werden die Mängel in der Hintermannschaft bei einer von Opta zur Verfügung gestellten Statistik. Demnach ließen die Gunners in dieser Saison in ihren Ligaheimspielen bereits 52 gegnerische Torabschlüsse zu. Nur zum Vergleich: In ihrer gesamten Meistersaison 2003/04 hatten die Arsenal-Gegner in deren Festung nur 48 Torschüsse abgefeuert.

Freddie Ljungberg

Auch die Zeitpunkte der gegnerischen Treffer sind in der aktuellen Spielzeit ein echtes Ärgernis. So mussten die Gunners in 15 Ligaspielen bereits neun Mal einem 0:1-Rückstand hinterher laufen. Lediglich Norwich stellte sich noch häufiger selbst ein Bein (10).


​Wenn die Defensive einen derart wackligen Eindruck hinterlässt, gilt es dies zumindest durch eine schlagkräftige Offensive aufzufangen. 21 Treffer nach 15 Spielen sind aber ebenfalls alles andere als ein Ruhmesblatt, vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass dem amtierenden Meister ​Manchester City im gleichen Zeitraum mehr als doppelt so viele Tore geglückt sind (43).


Spieler wirken planlos


Von der erhofften Aufbruchstimmung kann in London also aktuell keine Rede sein. Nach der erneuten Ohrfeige von einem als deutlich schlechter eingestuften Gegner, wirkten viele Arsenal-Profis bei den anschließenden Interviews ähnlich planlos und unsicher, wie zuvor auf dem grünen Rasen. Exemplarisch zitierte der Spiegel Hector Bellerin: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe das Gefühl, was immer wir auch tun, nichts richtig funktioniert. Ich bin ein wenig sprachlos."


Die bisherige Saisonbilanz der Gunners

Siege​Remis​​Niederlagen​ToreGegentore​
​Premier League​4​7​4​21​23
​Europa League​3​1​1​12​5
​EFL Cup​1​-​1​14​19
​Insgesamt​8​8​6​47​47

Allzu viel Zeit, um die Köpfe wieder aufzurichten und einen tauglicheren Matchplan zu entwickeln, haben die Gunners beim schnell getakteten Spielplan auf der Insel nicht. Bereits am Montag steht mit einem Gastspiel bei West Ham United die nächste Bewährungsprobe an. Erneut geht es dabei gegen einen Abstiegskandidaten und somit gegen einen Gegner, den man eigentlich klar beherrschen sollte. Mit dem Damoklesschwert der historischen Niederlagenserie über den Köpfen schwebend, dürfte aber auch dieses Stadtderby zu einem heißen Tanz mit ungewissem Ausgang werden.