Wenn es eine Position gab, über die man sich bei ​Schalke 04 über die letzten Jahre nicht beschweren konnte, dann war es die gut besetzte Rolle des Torhüters. Am Ende der Saison könnten dort aber Probleme auftreten: Ralf Fährmann kommt vermutlich ohne Spielpraxis zurück, hat aber einen langfristigen Vertrag und ein großes Gehalt bei Königsblau.


Blickt man auf alle Höhen und Tiefen der letzten Schalke-Jahre zurück, konnte man sich auf den eigenen Schlussmann im Tor eigentlich immer verlassen. Mit Ralf Fährmann hatte man einen klasse Torhüter, der zwar fußballerisch nicht auf absoluten Top-Niveau spielte, aber durch Reflexe, Strafraumbeherrschung und Paraden zahlreiche Punkte rettete. Seit Jahresbeginn hat man mit ​Alexander Nübel ein weiteres großes Talent zwischen den Pfosten, fußballerisch (trotz einiger Unsicherheiten zuletzt) top ausgebildet und ebenfalls mit enorm wichtigen Reflexen ausgestattet. 


Fährmann noch immer ohne Spielpraxis - Nübel und/oder Schubert haben die Nase vorne


Kurzer Rückblick: Fährmann wurde von Ex-Trainer Domenico Tedesco aufgrund von mentalen Problemen zum Rückrundenstart der letzten Horror-Saison auf die Bank gesetzt, für ihn wurde Nübel zum Stammspieler. Während sich das junge Torwart-Talent immer weiter festspielte, wurde Fährmanns Vertrag im Frühjahr bis 2023 verlängert - ein Versprechen, das ihm noch von Christian Heidel zugesichert worden war. Dann folgte aufgrund der Perspektivlosigkeit auf Schalke die Leihe zu Norwich City. Diese lief bisher jedoch alles andere als optimal, denn Fährmann ist auf der Insel ebenfalls nur zweite Wahl. Ein Verbleib in Norwich ist daher alles andere als wahrscheinlich.


In der Gegenwart, und vor allem in der Zukunft, könnte S04 nun ein Torwart-Problem ins Haus stehen. Auf der einen Seite hat man mit Markus Schubert einen weiteren Top-Keeper (ablösefrei) verpflichten können, dem - ebenso wie Nübel - eine große Karriere vorausgesagt wird. Fährmann hat für Norwich bisher lediglich 22 Ligaminuten sowie ein Pokalspiel sammeln können, viel weniger als er sich erhofft hatte. Unabhängig davon, wie die Zukunft von Nübel aussieht (Vertragsverlängerung oder Abschied), droht Fährmann, mit langfristigem und satt bezahltem Vertrag (laut Bild rund vier Millionen Euro pro Jahr!), auf Schalke erneut die Bank. Entweder mit zwei Keepern vor sich, oder "nur" mit Schubert - auf den man allerdings vermutlich setzen würde.

Markus Schubert

Zurzeit noch Nummer Zwei, nächste Saison will er angreifen: Markus Schubert



So würde Königsblau viel Geld für einen Spieler bezahlen, der voraussichtlich (erstmal?) keine Rolle mehr spielen wird. So traurig es aus S04-(Fan-)Sicht auch sein mag, die Zeit von Fährmann auf Schalke könnte vorbei sein. Das wird besonders auch einige Fans treffen, da der 31-Jährige stets ein Spieler war, der sich über viele Jahre mit Verein und Umfeld identifizierte und den Klub zum Teil auch symbolisierte. Nichtsdestotrotz muss man als Vereinsverantwortliche das große Ganze sehen - und dort könnte es mit ihm ernsthafte Gespräche über einen erneuten Abgang geben.