Die Weihnachtswunschliste beim BVB ist schnell geschrieben: Ein Mittelstürmer soll her! Der Wunschkandidat dürfte dabei auch längst ausgemacht sein. Erling Braut Haaland passt perfekt ins Anforderungsprofil - selbst in das üppige von Trainer Lucien Favre.


​Der ​BVB hat ein Stürmerproblem - zu dieser Erkenntnis scheinen nach dem aktuellen Saisonverlauf nicht nur die meisten Fans und Experten gekommen zu sein, sondern sie ist auch bis in die Köpfe der Verantwortlichen gedrungen. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bezeichnete den Verzicht auf eine zweite Nummer Neun im Sommer-Transferfenster auf der Mitgliederversammlung jedenfalls erstmals als Fehler. Sportdirektor Michael Zorc wolle "die sportlich beste Lösung" finden, wie er bei der 1:3-Pleite in Barcelona gegenüber Sky erklärte.


Als Triebfeder für den Verzicht auf einen weiteren Mittelstürmer im Kader gilt Trainer Lucien Favre. Der Schweizer scheint einfach nicht auf einen solchen Spielertypen setzen zu wollen. Mit Paco Alcacer hat der BVB zwar einen Knipser, der Spanier ist aber auch kein Prototyp eines echten Neuners. Das größte Problem: Bei Alcacer streikt immer wieder der Körper. Allein in dieser Spielzeit hat der 26-Jährige schon sieben Pflichtspiele verletzungsbedingt verpasst.


Favre muss in der Stürmerdiskussion nachgeben


In der derzeitigen Situation muss Favre aber Eingeständnisse machen. Das dürfte auch dem Schweizer bewusst sein. Gut möglich also, dass im Winter ein Angreifer verpflichtet wird. Neben den Routiniers Oliver Giroud und Mario Mandzukic wird vor allem der Name Erling Braut Haaland genannt.


​Während Mandzukic bereits abgewunken haben soll und Giroud wahrlich kein Spieler nach dem Gusto Favres sein dürfte, könnte die Personalie Haaland heiß werden. ​Die Bild berichtete am Donnerstagvormittag von einer 20-Millionen-Euro-Ausstiegsklausel. Der Salzburg-Shootingstar wäre damit ein echtes Schnäppchen.


Das muss ein Mittelstürmer bei Favre alles können


Auf der Pressekonferenz vor dem Duell mit ​Fortuna Düsseldorf wurde Favre gefragt, welches Anforderungsprofil ein neuer Stürmer mitbringen müsse. "Er muss alles machen. Tore, Spiel, Pressing, mit der Mannschaft kombinieren und in die Tiefe laufen. Das wäre schon gut. Aber momentan müssen wir nicht darüber reden", erklärte der BVB-Coach (via Ruhrnachrichten). Ob ein neuer Neuner auch kopfballstark sein müsse? "Ja", antwortete Favre knapp. Es sei jedoch "schwierig, im Winter einen Transfer zu machen".


Für Watzke und Zorc wird es nicht einfach werden, Favre von einem neuen Stürmer zu überzeugen. Haaland dürfte dem gesuchten Profil aber derzeit am nächsten kommen. Dass sich der 19-jährige Norweger leicht tut mit dem Toreschießen, zeigt er in dieser Saison auch auf der ganz großen Bühne. 27 Tore in nur 20 Spielen sind eine Hausnummer - und eine Qualität, die am Ende auch Favre am wichtigsten sein sollte!


Der Norweger ist aber auch - allein schon wegen dem System in Salzburg - dazu in der Lage, viele Wege zu gehen, zu pressen und am Spiel seiner Mannschaft teilzunehmen. Mit dem Gardemaß von 1,94 Meter braucht man über seine Stärken in der Luft nicht lange zu diskutieren. Als Bonbon on top ist Haland erst 19 Jahre alt und damit in seiner Entwicklung erst am Anfang. Einen Spieler, der besser ins schwarz-gelbe Beuteschema passt, wird man derzeit auf diesem Planeten kaum finden. Das würde, wohl oder übel, auch Favre einsehen.


Der einzige Haken an der möglichen Lovestory zwischen dem BVB und Haaland: Am Norweger ist praktisch jeder Topklub Europas interessiert. Es liegt nun am BVB, ihn davon zu überzeugen, dass Dortmund der perfekte nächste Schritt auf seiner Karriereleiter ist.