​Bis zur Verpflichtung von Joao Félix in diesem Sommer, war ​Thomas Lemar der teuerste Einkauf in der Geschichte von ​Atlético Madrid. Für 70 Prozent der Rechte an dem Spieler zahlten die colchoneros 2018 satte 70 Millionen Euro. Eineinhalb Jahre später fragen sich rund um das WandaMetropolitano die meisten: Warum bloß?


Mit Lemar (Mitglied des französischen Weltmeisterkaders von 2018) wollte Atlético in neue Dimensionen stoßen. Der Deal war nicht zuletzt auch auf Empfehlung des Ex-Atlético-Stürmers Antoine Griezmann zustande gekommen, der nicht müde wurde, den Bossen der rojiblancos einen Kauf seines Nationalmannschaftskollegen ans Herz zu legen. Gesagt - getan. 


70 Millionen Euro wurden im Sommer 2018 von Madrid nach Monaco transferiert - und Atlético hatte einen gestandenen offensiven Außenspieler, der bevorzugt über links kommt, aber auch auf der rechten Bahn agieren kann. 


Mickrige Bilanz nach eineinhalb Jahren


Nur hat er leider davon bislang so gut wie gar nichts gezeigt. In seiner Premieren-Saison im Vorjahr kam der 24-jährige Franzose wettbewerbsübergreifend auf gerade mal drei eigene Tore und sechs Vorlagen. 


Könnte man diese erbärmliche Ausbeute vielleicht noch mit Anpassungsschwierigkeiten in einem neuen Land, mit einer neuen Sprache und Kultur, erklären, steht man den Daten der aktuellen Spielzeit indes nur noch wortlos gegenüber: Achtzehn Einsätze (13 in ​LaLiga, 5 in der Königsklasse) - null Tore und null Vorlagen. 


Und jetzt kommt auch noch die Körpersprache ins Spiel. Bei der Heimniederlage am vergangenen Sonntag gegen den FC Barcelona (0:1) leitete ein Fehlpass Lemars am gegnerischen Strafraum den Konter der azulgrana ein, der letztlich zum Tor des Tages durch Messi führte. 


Doch was die einheimischen Fans vor allem auf Zinne brachte, war nicht das schlampige Abspiel, sondern vielmehr die danach gezeigte Reaktion. Besser gesagt: Nicht-Reaktion.

Denn statt im höchsten Tempo zurückzulaufen, um den Gegenstoß der Katalanen zu verteidigen, schien Lemar in diesem Moment mehr beim lockeren Jogging im Retiro-Park zu sein als bei einem Fußballspiel der ersten spanischen Liga. Fast aufreizend lässig trottete Lemar dem Geschehen nur hinterher und verteidigte natürlich nichts mehr. 


In den verschiedenen Foren, in denen sich die Atlético-Fans untereinander austauschen, ist Lemar mittlerweile zu einer Art persona non grata geworden, und Aktionen (besser: Unterlassungen) wie am Sonntag gegen Barça lassen die Fan-Seele nicht unbedingt versöhnlicher mit ihm werden. 


Ein Verkauf des Franzosen schon in diesem Winter gilt als nicht mehr unwahrscheinlich, wenngleich bislang nichts von einem Interesse an dem Spieler seitens Dritter bekannt geworden ist.